Trekkingcamps: Wild zelten in Deutschland

Mit den Geräuschen der Natur einzuschlafen und mit den ersten Sonnenstrahlen aufzuwachen ist ein unvergessliches Erlebnis. Und es entlohnt all die Anstrengungen, die ein Trekkingabenteuer mit sich bringt – selbst in Deutschland könnt ihr das erleben!

Nadja Rümelin

Bereitet euren Körper gut vor

Mehrere Tage mit einem schweren Rucksack auf dem Rücken zu wandern kann euren Körper vor eine echte Herausforderung stellen. Auch mentale Stärke ist gefragt, insbesondere wenn das Wetter nicht mitspielt oder der ein oder andere Körperteil doch anfängt zu schmerzen. Falls ihr bis dato kaum Erfahrung habt, solltet ihr zur Vorbereitung ein paar Tageswanderungen unternehmen und am besten auch eine Mehrtagestour, bei der ihr in Unterkünften übernachtet. Trainiert außerdem eure Rücken- sowie Bauchmuskulatur und vergesst eure Füße nicht, denn die müssen euch schließlich tragen. Hier reichen wenige Minuten am Tag und einfache Übungen, wie beispielsweise mit einer Faszienrolle. Beim Trekking selbst gilt: Überschätzt euch nicht und lauft langsam los, damit ihr euch nicht schon auf den ersten Etappen komplett verausgabt. Regelmäßige Pausen, in denen ihr euren Rucksack absetzt, euch dehnt und sogar eure Schuhe auszieht, sind beim Trekking ebenfalls wichtig.

Off The Path / S. Canaves, L. Dubois

Jedes Gramm zählt

Wirklich jedes! Angefangen von euren Anziehsachen und Schuhen, die ihr am Körper tragt, bis hin zu eurem Rucksack. Achtet deshalb auf möglichst leichte und funktionale Ausrüstung, die sich klein verstauen lässt. Das Wichtigste ist das Zelt – hier solltet ihr ein Trekkingzelt wählen: Im Unterschied zum Campingzelt ist es äußerst leicht, hat ein geringes Packmaß und ist dennoch stabil und wetterbeständig. Auch die Konstruktion spielt eine Rolle: Während Tunnelzelte am meisten Platz bieten, sind Kuppelzelte stabiler und etwas windfester. Besonders widerstandsfähig sind hingegen Geodät-Zelte. Ebenfalls wichtig: eine Isomatte und ein Schlafsack. Hierbei müsst ihr beachten, bei welchen Temperaturen ihr zeltet und wie komfortabel ihr es dabei haben möchtet – umso dicker und wärmer, umso schwerer und größer werden Isomatte und Schlafsack. Statt ein Kissen mitzuschleppen, könnt ihr eure Anziehsachen einfach in einen der Packbeutel stopfen. In der Regel reicht beim Zelten ein Löffel, insbesondere wenn ihr auf Trekkingnahrung setzt. Außerdem nicht fehlen dürfen ein kleiner Campingkocher samt Topf, um Wasser zu kochen, eine Trinkflasche, eine Tasse und ein Wasserfilter sowie eine Stirnlampe und Powerbank. Am besten erstellt ihr eine Packliste und schreibt das Gewicht jedes Gegenstands dazu. So könnt ihr besser abschätzen, wo sich noch ein paar Gramm einsparen lassen. Statt ein Buch oder ein Kindle mitzunehmen, lohnt es sich, Hörbücher aufs Handy zu laden. Packt außerdem bequeme Sandalen oder Sneakers ein sowie ein Erste-Hilfe-Set und Müllbeutel. Da ihr nicht immer Empfang haben werdet und Akku und Powerbank nicht ewig halten, gehören außerdem eine Wanderkarte und ein Kompass in euren Touren- oder Trekkingrucksack.

Off The Path / S. Canaves, L. Dubois

Mehrere Tage mit einem schweren Rucksack zu wandern kann den Körper vor eine echte Herausforderung stellen. Auch mentale Stärke ist gefragt, wenn das Wetter nicht mitspielt oder ein Körperteil schmerzt.

So stellt ihr euer Zelt richtig auf

Das Wichtigste beim Zelten ist die Wahl des richtigen Zeltplatzes: Sucht euch eine möglichst ebene Fläche ohne Steine oder Wurzeln und stellt euer Zelt nicht zu nah am Wasser auf. Unwetter können Seeufer überschwemmen oder einen Bach schnell in einen reißenden Fluss verwandeln. Und manches trockenes Flussbett wird selbst von Regenfällen in weiter Ferne wieder gefüllt. Außerdem solltet ihr euer Zelt nicht direkt unter einem Baum aufbauen, denn herabfallende Äste können es beschädigen; zudem kann es Harzflecken abbekommen, die sich nur schwer entfernen lassen. Legt zunächst die Zeltunterlage auf den Boden und baut dann je nach Zeltkonstruktion erst das Innenzelt mithilfe des Gestängebogens auf. Nun werft ihr das Außenzelt darüber und sichert es mit Heringen im Boden. Achtet darauf, dass diese auch wirklich fest verankert und die Abspann­leinen straff sind.

Off The Path / S. Canaves, L. Dubois Ein Trekkingzelt ist leicht, stabil, wetter­beständig und nimmt wenig Platz ein.

Diese Trekkingabenteuer warten in Deutschland

Zwar ist Wildcamping in Deutschland verboten, dennoch gibt es ein paar Orte, an denen ihr fast wie in der Wildnis zeltet. Immer mehr Natur- und Nationalparks bieten ausgewiesene Trekking­camps, die in der Regel zwischen März und Oktober geöffnet sind. So könnt ihr in folgenden deutschen Regionen ein Trekkingabenteuer erleben: im Naturpark Altmühltal und im Naturpark Hohes Venn-Eifel, im Frankenwald, im Nationalpark Hunsrück-Hochwald, in der Pfalz und der Säch­sischen Schweiz, im Schwarzwald und im Spessart, entlang des Soonwaldsteigs und im Steigerwald. Und dank der Initiative »Wildes Schleswig-Holstein« findet ihr im nördlichsten Bundesland überall legale Zeltplätze mitten in der Natur.

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Wir sind die Gesichter hinter Off The Path und lieben das Abenteuer, ob vor der eige­nen Haustüre oder in der Ferne! Am liebsten entdecken wir… Mehr erfahren