Passenden Rucksack finden: Einer, der euch ganz nahe ist

Ein Rucksack ist mehr als eine Tasche: Er stürzt sich mit euch ins Abenteuer, hält eure Sachen trocken und Wichtiges griffbereit. Am liebsten sitzt er auf eurer Hüfte und bewahrt Schweres weiter unten und nah an eurem Rücken auf.

Nadja Rümelin

Auf welches Abenteuer soll er mit?

Rucksack ist nicht gleich Rucksack, das zeigt allein die schier unendliche Anzahl an Herstellern und Modellen. Zuallererst stellt sich die Frage, bei welchem Abenteuer euch euer Rucksack begleiten soll. Für Wanderungen wird zwischen Tages-, Touren- und Trekkingrucksäcken unterschieden: Während erstere ein Fassungsvermögen von ca. 20 l haben und nur leicht gepolstert sind, bieten Tourenrucksäcke 30–50 l Füllvolumen und eine gute Polsterung an Schulter- und Hüftgurten sowie mehrere Fächer und diverse Riemen und Befestigungsmöglichkeiten, z. B. für Wanderstöcke. Ein Trekkingrucksack kann hingegen bis zu 70 l Platz haben und ist im Vergleich zum Tourenrucksack noch stärker an den Gurten und am Rücken gepolstert, sodass sich auch ein höheres Gewicht bequem auf längeren Strecken tragen lässt. Zudem gibt es Kletterrucksäcke und solche für Skitouren. Diese bieten spezielle Befestigungsmöglichkeiten für Helm und Kletterset oder eben die Skier. Verschlägt es euch für euer Mikroabenteuer aufs Wasser, empfehlen sich sogenannte Drybags: Diese lassen sich wasserdicht verschließen und eignen sich deshalb perfekt für SUP-, Kajak- oder Kanutouren. Sie sind als Beutel oder Rucksack in verschiedenen Größen erhältlich.

Off The Path / S. Canaves, L. Dubois Bei der Wahl des Rucksacks kommt es auch darauf an, bei welchem Abenteuer er euch begleiten soll.

Passform und Extras

Neben der Eignung ist insbesondere die Passform des Rucksacks ausschlaggebend. Einige Modelle werden in unterschiedlichen Größen angeboten, und bei manchen lässt sich die Rückenlänge verstellen. Zudem werden immer häufiger Frauenmodelle hergestellt. Probiert euren Rucksack vorm Kauf unbedingt an, und zwar samt Gewicht. Ein Rucksack mag noch so gut aussehen, wenn er nicht richtig sitzt, habt ihr keine Freude daran. Achtet außerdem auf robuste Materialien und eine gute Verarbeitung. Hier lohnt sich ein genauer Blick auf die Nähte und Reißverschlüsse. Gerade bei größeren Modellen ist eine clevere Fächeraufteilung recht wichtig: Neben einem großen Hauptfach sollten noch weitere kleinere Fächer vorhanden sein, das sorgt für Ordnung und vermeidet Wühlfrust. Praktisch ist beispielsweise auch ein Fach im Hüftgurt: Hier lassen sich Handy, Sonnenbrille oder Taschentücher griffbereit verstauen. Schaut außerdem, wie sich der Rucksack öffnen lässt: Gelangt ihr nur von oben ans Hauptfach oder auch über einen zusätzlichen Reißverschluss an der Seite? Gerade für Wanderungen sind Rucksäcke praktisch, die mit einem Trinksystem kompatibel sind und außen mehrere Befestigungsmöglichkeiten bieten. Manche Modelle werden zudem mit einer passenden Regenschutzhülle verkauft – ein klarer Pluspunkt.

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Bei längeren Wanderungen ist es sinnvoll, ein wenig mit den Riemen zu spielen und sie immer mal zu verstellen, um Schultern oder Hüfte zu entlasten.

Richtig packen — richtig tragen

Beim Packen eures Rucksacks gilt: Schweres nach unten und an den Rücken, Leichtes nach oben und mehr nach außen. Eure Regenjacke oder ein wärmendes Fleece sollte hingegen möglichst griffbereit verstaut werden, also am besten ganz oben im Rucksack. Gegenstände von geringer Größe und Wertsachen, wie Portemonnaie oder Schlüssel, sind am besten in einer kleineren Innentasche aufgehoben. Für noch mehr Ordnung im Inneren eures Rucksacks sorgen übrigens Packwürfel: Dank ihnen fliegen eure Sachen nicht wahllos im großen Hauptfach umher und ihr könnt sie so schneller finden. Und bevor ihr euch mit eurem Rucksack ins nächste Abenteuer stürzt, solltet ihr ihn noch richtig auf euren Körper einstellen: Lockert hierzu zunächst alle Riemen. Platziert als Erstes den Hüftgurt mittig über euren Hüftknochen und schließt ihn anschließend. Stellt danach eure Schultergurte ein und achtet darauf, dass der Ansatz der Schultergurte dabei mittig an euren Schulterblättern anliegt – am besten lasst ihr das von einer zweiten Person kontrollieren. Als Nächstes zieht ihr die Lageverstellriemen an, die den Rucksack näher an euren Körper und leicht nach oben bringen. Nicht wundern: Dadurch können auch die Schultergurte angehoben werden. Zuletzt schließt ihr den Brustgurt und stellt hier die für euch angenehmste Höhe ein. Dabei muss der Brustgurt nur leicht zugezogen werden, er soll lediglich ein seitliches Verrutschen der Schultergurte verhindern. Gerade bei längeren Wan­derungen ist es jedoch sinnvoll, ein wenig mit den Riemen zu spielen und sie immer mal wieder zu verstellen, um so zwischendurch wahlweise eure Schultern oder eure Hüfte zu entlasten. Prinzi­­piell sollten eure Schultern jedoch nur 20 bis 30 % des Gesamtgewichts tragen, während eure Hüfte den Rest stützt.

Off The Path / S. Canaves, L. Dubois Bei kurzen Verweilpausen darf der Rucksack auch gern mal auf dem Rücken bleiben und gemeinsam mit euch die Aussicht genießen.
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Off The Path / S. Canaves, L. Dubois Grundregel: Schweres nach unten und an den Rücken, Leichtes nach oben und mehr nach außen
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Wir sind die Gesichter hinter Off The Path und lieben das Abenteuer, ob vor der eige­nen Haustüre oder in der Ferne! Am liebsten entdecken wir… Mehr erfahren