SUP Board kaufen, Paddler auf dem Chiemsee in Bayern
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SUP Board kaufen: Fünf wichtige Tipps

Schwimmt ihr noch oder SUPt ihr schon? Sich auf dem Wasser fortbewegen und gleichzeitig die wunderschönen Gewässer in Deutschland bestaunen, das wird möglich beim Stand Up Paddling, kurz: SUP. Mittlerweile ist diese Art, Flüsse, Seen und das Meer zu erkunden, viel mehr als nur eine Nischensportart. Stand Up Paddling ist im Freizeitsport inzwischen so etabliert, dass der Markt boomt, denn viele von uns legen sich ihre eigene Ausrüstung zu. 

Wenn ihr euch ein eigenes SUP Board kaufen wollt, gibt es im Voraus jedoch einiges zu beachten. Wir zeigen euch die fünf wichtigsten Aspekte auf und geben Tipps für den langlebigen Kauf.

1. Wichtigster Aspekt beim SUP Board kaufen: Der Zweck

Ihr habt Stand Up Paddling erst ein paar Mal ausprobiert und wollt nun mit eigenem Equipment so richtig in die Materie einsteigen? Oder leiht ihr schon seit Jahren regelmäßig SUP Boards und Stechpaddel aus, wollt euer Hobby nun aber intensivieren? Vom individuellen Erfahrungsprofil wird der Zweck eures eigenen SUP Boards maßgeblich abhängen. Es gibt verschiedene SUP Board-Arten, die nicht alle gleichermaßen für Anfänger:innen oder Profis geeignet sind. 

Außerdem solltet ihr euch fragen, was ihr genau mit dem SUP Board plant: Geht es eher um längere, gemächliche Touren, wollt ihr schnell und intensiv auf Flüssen unterwegs sein oder sogar Wellen reiten? 

Zu beachten ist auch, ob ihr das SUP Board für euch alleine kaufen wollt oder es mit anderen Paddler:innen teilen möchtet. Dann muss nämlich eine gemeinsame Schnittmenge und gegebenenfalls ein Kompromiss gefunden werden. 

Die perfekte Wahl für Anfänger:innen: Allround Boards

Als Anfänger:in macht ihr nichts falsch, wenn ihr ein Allround SUP Board kauft, auch oft “Freeride Board” genannt. Wie der Name “Allround” schon sagt, bietet sich diese Art der SUP Boards für verschiedene Zwecke an. Sie sind wie gemacht für längere entspannte Touren, lassen sich aber in gewissem Maße auch fürs Wellenreiten einsetzen. 

Charakteristika von Allround SUP Boards

Allround Boards sind sehr breit und damit, auch bei leichtem Wellengang, sehr kippstabil, was für Einsteiger:innen ein großes Plus ist. Sie lassen sich zwar leicht lenken, doch beim Geradeauslauf könntet ihr durchaus Probleme bekommen, da diese Art von SUP Boards recht drehfreudig sind. Zum Üben und entspannten Paddeln ist das in der Regel zwar nicht problematisch – sobald ihr aber etwas schneller unterwegs seid und mehr Übung habt, kann es auf Dauer stören. 

Freeride Boards sind zwischen neun bis elf Fuß lang und weisen eine runde Nose auf. Zu den Größen aber später mehr.

Wenn ihr Wert auf ein Board legt, das sich sowohl für flache Gewässer als auch fürs Meer eignet und zugleich auf Anfänger:innen ausgelegt ist, könnt ihr mit gutem Gewissen ein Allround Sup Board kaufen.

Touring Boards: Geeignet für fortgeschrittene Paddler:innen

Auch beim Touring SUP Board ist der Name Programm: Diese Art von Board ist bestens geeignet für längere Touren auf stillen Gewässern. Geübte SUPer:innen nutzen es sogar auf Flusstouren, was aufgrund der Strömung deutlich schwieriger und anstrengender ist.

Touring Boards werden häufig auch als “Cruising Boards” betitelt. Sie sind länger als Allround Boards, nämlich ab elf Fuß aufwärts, außerdem haben sie eine spitzere Nose. Diese stromlinienförmige Optimierung macht sie im Gesamtpaket schnittiger und schneller. Zudem habt ihr hier ein einfacheres Spiel beim Geradeaus-Paddeln, da Touring Boards nicht so drehfreudig sind wie Allround Boards. 

Im Grunde sind auch Touring Boards wahre Allrounder, denn sie sind optimal dafür geeignet, mehrstündige entspannte Touren zu paddeln, aber eben auch für schnelle Touren auf Seen oder Flüssen. Ihre Form gibt ihnen trotz der Schnelligkeit ausreichend Stabilität, sodass ihr für den Kauf von Touring Boards kein Profi sein müsst. 

SUP Board, zwei Paddler
Adobe Stock Wenn ihr zwischendurch auch schnell und wendig unterwegs sein wollt, ist ein Touring Board vielleicht die richtige Wahl für euch.

Race Boards: Wenn´s noch schneller sein soll

Touring Boards sind schon schnell, aber Race Boards machen ihrem Namen alle Ehre und bringen euch bei guter Technik die höchsten Geschwindigkeiten auf dem Wasser. Race Boards sind die SUP Boards der Superlative: am spitzesten, am längsten, am schmalsten, ergo am schnittigsten. Dadurch stoßen diese Boards auf vergleichsweise wenig Wasserwiderstand und erreichen Geschwindigkeiten, die für entspannte Touren absolut nicht nötig sind, aber Spaß machen, wenn ihr etwas mehr Adrenalin wollt oder euch mit anderen in Paddelrennen zu messen gedenkt. 

Der Nachteil dieser Boards: Aufgrund ihrer Form sind sie nicht so kippstabil wie die anderen beiden Board-Arten, außerdem schwerer zu bedienen. Sie sind nur für wirklich geübte Stand Up Paddler:innen ratsam, die zudem über eine extrem gute Balance und eine starke Beinmuskulatur verfügen. 

Weitere SUP Board Arten

Allround, Touring und Race Boards sind die drei bekanntesten und am häufigsten gekauften SUP Board Arten, doch es gibt noch weitere, spezielle Sorten.

Wie wäre es zum Beispiel mit Yoga auf dem Stand Up Paddling-Board? An zahlreichen Orten Deutschlands gibt es spezielle Yoga SUP-Events, zum Beispiel auf dem Werdersee in Bremen oder auf der Spree. Der Markt hat diese Nische erkannt und bedient sie mit Yoga SUP Boards. 

Mit ihnen lässt es sich prinzipiell auch Touren auf dem Wasser bestreiten; ähnlich wie Allround Boards sind sie breit gebaut und liegen dadurch sehr stabil auf dem Wasser. Allerdings verfügen Yoga SUP Boards über Soft-Pads, die das Yoga-Erlebnis komfortabler machen sowie über Paddelhalter – was natürlich sehr praktisch ist, wenn ihr euch gerade im Asana des herabschauenden Hundes befindet. 

Yoga Sup Board kaufen, Frau macht Yoga auf dem Wasser
Adobe Stock Inzwischen gibt es auch Boards speziell fürs Yoga-SUPen.

Wave Boards und Boards für Kids

Außerdem gibt es Wave Boards, die speziell fürs Wellenreiten konzipiert sind und somit eine Verbindung zwischen Stand Up Paddling und Surfen schaffen. Sie sind etwas kürzer gebaut als andere SUP Board-Arten und damit agiler auf den Wellen unterwegs. Durch ihre Wendigkeit könnt ihr mit ihnen schnelle und flexible Turns paddeln. 

Und zu guter Letzt gibt es auch SUP Boards für die Kleinsten unter uns. Mittlerweile bieten zahlreiche Hersteller Kinder-Boards an. Diese weisen ein geringes Volumen auf und sind unter Umständen auch für sehr leichte Erwachsene geeignet. 

2. Die Maße: Maßgeblicher Aspekt beim SUP Board kaufen

Ein Aspekt, der euch beim SUP Board kaufen regelmäßig begegnen wird: die Maße. Sie hängen maßgeblich mit den verschiedenen Board-Arten zusammen – beispielsweise haben wir bereits gesehen, dass Allround Boards kürzer sind als Touring und Race Boards und in der Regel breiter sowie runder gebaut. 

Allerdings gibt es auch innerhalb der verschiedenen Board-Klassifikationen Unterschiede hinsichtlich der Breite, Länge und Dicke. 

Die Maße von SUP Boards richten sich nach den englischen Einheiten, Fuß und Inch. 

Die Länge

Was die Länge betrifft, so sind SUP Boards in aller Regel zwischen sieben und 14 Fuß lang. Anfänger:innen, aber auch diejenigen, die einfach lieber entspannte Touren paddeln, sollten auf Boards à zehn bis zwölf Fuß setzen, Kinder auf Boards zwischen sieben und neun Fuß. 

Fürs Wellenreiten empfiehlt sich eine Länge rund um neun Fuß. 

Die Breite des SUP Boards

Bei der Breite variieren die verschiedenen SUP Board-Modelle zwischen 25 und 36 Inch. Wie bereits festgestellt, sind Allround Boards sowie Yoga Boards die breitesten Modelle; hier habt ihr zwischen 32 und 36 Inch Platz (das entspricht einer Range von etwa 81 bis 91 Zentimetern). Eine sehr schwere Person sollte übrigens eines der breitesten Modelle benutzen. 

Für Anfänger:innen werden breite Boards wie das Allround SUP Board immer wieder empfohlen, aber mit steigender Erfahrung und besser werdender Technik werden Touring Boards um einiges attraktiver. Sie haben eine Breite zwischen 26 und 29 Inch (66 bis 73,6 Zentimeter) und liegen damit nicht ganz so stabil auf dem Wasser wie die breiteren Modelle. Race Boards sind in der Regel 25 Inch (63,5 Zentimeter) breit. 

Die Dicke/Höhe des SUP Boards

Die Dicke eures künftigen Boards hängt von eurem Körpergewicht ab. Beispielsweise benötigen Kinder und leichte Erwachsene unter 75 Kilogramm keine allzu dicken Bretter, sondern sind mit Boards mit einer Dicke zwischen vier und sieben Inch perfekt ausgestattet. Grundsätzlich gilt: Je leichter ihr seid, desto dünner darf das Board ausfallen. 

Aber: Anfänger:innen sind mit einem dickeren Board ebenfalls gut beraten, selbst wenn sie vom Körpergewicht ausgehend auf ein dünnes setzen könnten. Sie liegen nämlich besser auf dem Wasser und sind kippstabiler. Da müsst ihr selbst entscheiden, was ihr präferiert. Schwerere Personen setzen prinzipiell besser auf ein dickeres Board, denn dünne SUP Boards können sonst schnell ins Wasser gedrückt werden – und ihr bekommt nasse Füße. Achtet stets darauf, dass die vorgegebene Traglast eures SUP Boards nicht überschritten wird. Ausrüstung sollte immer einkalkuliert werden; zum Beispiel lassen sich mittlerweile auch sogenannte Drybags mit allerlei Extra-Ausrüstung und Proviant sowie Wertsachen aufs Board schnallen.

Nahaufnahme SUP Board und Hund, Stechpaddel
Adobe Stock Auch ein mögliches Extragewicht, das es einzukalkulieren gilt: euer Hund.

Das Volumen

Das Volumen eures Boards, das von den anderen Maßen abhängt, ist bereits ein ausschlaggebender Indikator für euren Kauf. Auch hier gilt: Je leichter der oder die Paddler:in, desto leichter kann das Board sein.

Es gibt außerdem eine Faustregel, an der ihr euch orientieren könnt, um das ideale Board-Volumen für euch und eure Zwecke herauszufinden. Bei Anfänger:innen wird auf folgende Formel zurückgegriffen: Körpergewicht x 2,5; bei Fortgeschrittenen auf diese: Körpergewicht x 2. Das gilt für Hardboards, nicht aber für aufblasbare. 

Ihr seht: Es kann ziemlich schwierig sein, Körpergewicht, Erfahrungen, Ziele und die individuell passenden Maße zusammenzubringen. Lasst euch im Zweifel beim Fachgeschäft eures Vertrauens beraten.

3. Hardboard oder Inflatable SUP Board?

Allround Boards, Touring und Race Boards sowie Wave und Yoga Boards: Alle Modelle gibt es als Hardboard und als Inflatable Board, also aufblasbare Variante. Inflatable SUPs werden häufig auch “iSUP” abgekürzt. Doch welche Konstruktionsweise ist nun die bessere? Wie erwartet ist das gar nicht so leicht zu erwarten. Beide Typen haben ihre Vor- und Nachteile; es kommt auch hier darauf an, worauf ihr am meisten Wert legt.

Aufblasbares SUP Board kaufen: Vor- und Nachteile

Wem möglichst viel Flexibilität und Komfort am Herzen liegen, wird sich wahrscheinlich für ein iSUP Board entscheiden. Der Grund liegt auf der Hand: Im nicht aufgeblasenen Zustand lassen sie sich unkompliziert transportieren sowie lagern. Auch das Aufpumpen ist kaum der Rede wert, dauert es schließlich nur zehn bis fünfzehn Minuten.

Ein weiterer Vorteil: Aufblasbare SUP Boards sind in der Regel günstiger als Hardboards.

Und sie halten mehr aus: Sie sind aus vergleichsweise weichem Material gefertigt und dadurch nicht so anfällig für Schrammen oder Dellen.

Doch aufblasbare SUP Boards haben auch einige wenige Nachteile. Erstens, sie sind mit runden und dicken Kanten ausgestattet, was den Wasserwiderstand gegenüber Hardboards erhöht. Zweitens, sie werden zu großen Teilen aus Plastik hergestellt, was per se nicht nachhaltig ist.

Sup Board kaufen: aufblasbares Board
Adobe Stock Ein aufblasbares SUP Board ist für Freizeitsportler:innen meist das Mittel der Wahl.

Wieso ein Hardboard kaufen?

Hardboards werden aus den verschiedensten Materialien hergestellt; natürlich ist auch hier nicht immer klar zu sagen, ob die Produktion nachhaltig ist. Die Nachteile von Hardboards ergeben sich direkt aus den Vorteilen der Inflatables: Sie sind schwerer, lassen sich nicht so flexibel lagern und transportieren und obendrein sind sie teurer. 

Doch es gibt mittlerweile ein paar Anbieter, die neue Innovationen austesten und beispielsweise teilbare Hardboards anbieten – so lassen sich auch diese unkompliziert und ohne Dachträger mitnehmen.

Die Vorteile von Hardboards sind eher technischer Natur: Sie sind schlicht und ergreifend stabiler und können schneller werden als iSUPs. Wer Wellenreiten oder schnell auf den Gewässern unterwegs sein möchte, der greift zum Hardboard. Freizeitpaddler:innen hingegen entscheiden sich oft für Inflatable SUPs, weil der Komfort wichtiger erscheint als die perfekte Technik. 

4. Nachhaltigkeit: SUP Board kaufen und Umweltschutz

Prinzipiell sollte bei einem Neukauf immer bedacht werden, dass mit jedem neuen Produkt auch Produktions- und somit Energieaufwand einhergeht. 

Überlegt euch daher, ob ihr unbedingt ein nagelneues SUP Board braucht oder ob es auch ein gebrauchtes tut. Nicht nur im Netz, zum Beispiel via ebay Kleinanzeigen, lassen sich tolle Angebote entdecken. Viele Verleihstationen verkaufen auch Stand Up Paddling-Material, nachdem es nur ein bis zwei Saisons genutzt wurde. Dabei ist es noch immer vollkommen tauglich und weist in der Regel höchstens ein paar oberflächliche Kratzer auf. 

Um zu vermeiden, dass ihr euch schon nach wenigen Jahren wieder ein neues SUP Board anschaffen müsst, sollte zudem von Anfang an auf eine gute Qualität geachtet werden – natürlich innerhalb des möglichen Budgets. Lasst euch hierzu im Fachgeschäft beraten.

Nachhaltige Produktion

Es gibt mittlerweile einige SUP Board-Hersteller, die auf eine nachhaltige Produktion Wert legen, zum Beispiel die SUP-Finnen aus recycelten Fischernetzen herstellen oder nur Holz aus nachhaltiger Forstwirtschaft nutzen. Manche stellen iSUP Boards mehrheitlich aus recyceltem Plastik her, andere setzen bei Hardboards auf den nachwachsenden Rohstoff Bambus. Lasst euch auch hierzu am besten im Fachgeschäft beraten.

5. SUP Board kaufen: Der Preis

Der Preis eures künftigen Boards setzt sich aus allen vorangegangenen Faktoren zusammen. Doch vermutlich müsst ihr beim SUP Board kaufen bei irgendeinem Aspekt Abstriche machen, denn die Anschaffung kann sehr teuer werden. 

Gute Stand Up Paddling Boards starten mit einem Preis von mehreren hundert Euro; hochprofessionelle und qualitativ hervorragende Boards können weit über 1000 Euro kosten. Besonders Hardboards sind selten unter einem Tausender zu bekommen, während wirklich gute Inflatables 700 Euro aufwärts kosten. Natürlich geht all das auch günstiger, doch dann müsst ihr zurückstecken, was die Verarbeitung oder die mitgelieferten Extras wie Pumpe und Rucksack anbelangt. 

Wenn ihr euer SUP Board nur für Urlaube zwei bis drei Mal im Jahr nutzt, mag es auch ein günstiges Modell à 200 oder 300 Euro tun. Soll es sich dabei aber um ein langlebiges Board handeln, das regelmäßig genutzt wird, dann kauft wenn möglich teurer und qualitativ hochwertiger. 

SUP Board kaufen: Abwägung verschiedener Faktoren

Ihr seht, beim SUP Board kaufen gilt es stets, zwischen verschiedenen Faktoren abzuwägen und festzulegen, worauf ihr am meisten Wert legt. Die eine richtige Lösung gibt es nicht. 

Und zum Board gehört natürlich auch noch das passende Stechpaddel, bei dem es auch große Unterschiede bezüglich Materialien und Preis gibt. Das Wichtigste dabei ist, dass es auf eure Körpergröße angepasst ist und ihr damit bequem paddeln könnt, ohne euch strecken oder ducken zu müssen. 

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