E Bike fahren und Nachhaltigkeit, Pedelec
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E Bike fahren und die Umwelt schonen: Die fünf besten Tipps

Ihr wollt schnell von A nach B kommen und dabei die Umwelt schonen? E Bike fahren vereint diese beiden Wünsche. Mit gutem Grund sind die motorbetriebenen Drahtesel nicht nur im Urlaub oder für längere Radtouren voll im Trend, sondern auch im Alltag.
E Bike fahren und sich nachhaltig verhalten werden fälschlicherweise oft als Gegensatz verstanden. Zum einen aufgrund des Transports von Materialien und der umweltschädlichen Herstellung der Bikes, zum anderen, weil klassisches Radfahren und zu Fuß gehen noch immer die umweltfreundlichsten Fortbewegungsmittel sind.

So umweltfreundlich sind E Bikes

Fakt ist: Vielen von uns mangelt es an Zeit, um aufs klassische Rad umzusteigen oder sogar zu Fuß zu gehen. Und für längere Strecken sind Radfahren und zu Fuß gehen nicht praktikabel. E Bike fahren ist nach diesen beiden Varianten die umweltfreundlichste. Das bestätigen auch Studien des Instituts für Energie und Umweltforschung Heidelberg und der Vrije Universität Brüssel aus dem Jahr 2020: E Bikes weisen einen deutlich geringeren CO2-Ausstoß auf als der Öffentliche Nahverkehr. Auch Untersuchungen des Umweltbundesamtes aus dem Jahr 2021 zeigen: Das E Bike hat einen CO2-Ausstoß von 0,4 Kilogramm auf 100 Kilometer pro Kopf, der ÖPNV liegt bei 6,4 Kilogramm pro Kopf.

Wir sprechen in diesem Zusammenhang ausschließlich von Pedelecs, also Fahrrädern, die nur bei Nutzung der Pedale Motorunterstützung leisten, kein Kennzeichen benötigen und rechtlich als Fahrräder zu behandeln sind. Pedelecs werden im Alltag meist als E Bikes bezeichnet; so auch von uns.

1. Tipp: Nutzt euer E Bike regelmäßig!

Fragt ihr euch: E Bike fahren und Nachhaltigkeit, wie passt das zusammen? Schließlich ist bekannt, dass die Produktion von E Bikes und deren Akkus ein schmutziges Geschäft ist.

Häufig kommen Schwermetalle wie Quecksilber und Kobalt zum Einsatz – und auch für Lithium-Ionen-Akkus werden nicht erneuerbare Rohstoffe von anderen Kontinenten genutzt. 

In diesen Fällen lohnt sich ein E Bike

Das ist definitiv ein Problem, das nicht vernachlässigt werden sollte. Aber lasst euch gesagt sein: Nach durchschnittlich 165 gefahrenen Kilometern sind die CO2-Emissionen, die bei Transport und Herstellung des Akkus anfallen, bereits ausgeglichen. Ihr solltet euer E Bike daher regelmäßig verwenden, bestenfalls anstelle anderer motorbetriebener Vehikel. Auf kürzeren Strecken können E Bikes Autos ersetzen. In der Stadt seid ihr oft sogar schneller mit dem Bike unterwegs als mit dem Pkw oder den Öffentlichen Verkehrsmitteln. 

Beachtet aber: Öffentliche Verkehrsmittel wie Bus und Bahn fahren ohnehin. Umso mehr Menschen diese nutzen, desto geringer ist der Pro-Kopf-Ausstoß an CO2-Emissionen. Der ÖPNV ist für euch vielleicht besser geeignet als E Bike fahren, wenn ihr nicht gern in Städten radelt.

Wenn ihr nur ein- bis zweimal pro Jahr E Bike fahrt, dann leiht euch besser eines. Hier wäre ein Kauf nicht nachhaltig. 

E Bike fahren, Deutschland
Adobe Stock E Bike fahren: komfortabel und auch nachhaltig, wenn ihr ein paar Dinge beachtet

2. Tipp fürs E Bike fahren: Achtet beim Kauf auf Qualität!

Wir kennen es von Anschaffungen im Haushalt oder im Garten: Wer bereits beim Kauf auf qualitativ hochwertige Produkte setzt, hat länger etwas davon. So ist es auch bei den Pedelecs. In der Anschaffung sind sie alle nicht günstig. Achtet beim Kauf auf auf verschiedene Qualitätsmerkmale. Das verringert die Wahrscheinlichkeit, dass euer Bike schon nach kurzer Dauer das Zeitliche segnet. Das Siegel Blauer Engel kann euch dabei helfen, langlebige E Bikes zu erkennen. 

Auch beim Akku gilt es, auf Qualität zu achten. Sie alle müssen irgendwann ersetzt werden, doch es gibt große Unterschiede in der Lebensdauer. Achtet auf folgende Dinge: Überlebt der Akku zwischen 500 und 1000 Ladezyklen? Gibt es eine Mindestgarantie von zwei Jahren? Und was kosten Ersatzakkus?

Worauf ihr beim Kauf eures E Bikes achten solltet

Mittlerweile gibt es E Bikes mit Rekuperation zur Rückgewinnung von Bremsenergie. Sie sind allerdings sehr teuer, da hierfür ein Nabenmotor benötigt wird. Die meisten E Bikes besitzen einen Motor am Tretlager, der nicht zur Rückgewinnung in der Lage ist. Es ist mitunter eine Frage des Budgets, wie hochwertig und nachhaltig euer zukünftiges E Bike daherkommt. 

Übrigens: Auch bei E Bikes mit klassischen Motoren gibt es große preisliche Unterschiede. Unter 2000 Euro bekommt ihr Einsteigermodelle, die zwar robust, aber auch zweckmäßig sind. Sehr hochwertige E Bikes kosten ab 3500 Euro aufwärts. Lasst euch hier am besten im Fachhandel beraten.

Fahrt außerdem euer E Bike in Ruhe zur Probe. Ihr solltet euch wohl damit fühlen, um es möglichst lange nutzen zu können. Manche E Bikes haben nachlaufende Motoren, die im Stadtverkehr an roten Ampeln ungünstig sind und in jedem Fall gut beherrscht werden müssen. 

3. Reparieren lassen statt ersetzen

Wenn euer E Bike oder ein Teil davon trotz aller Qualitätsmerkmale doch kaputt geht, gilt: Reparatur geht über Ersatz. Hochwertig verbaute Teile sind wichtig, aber Reparaturmöglichkeiten mindestens genauso. Schon vor dem Kauf eures E Bikes solltet ihr darauf achten, ob es Ersatzteile gibt und eine Reparatur möglich ist. Meistens ist das der Fall. 

Reparieren auf eigene Faust vermeidet ihr am besten. Sucht euch lieber einen Händler, der aufs Reparieren von E Bikes spezialisiert ist. Vielleicht habt ihr euer Pedelec ja beim Händler eures Vertrauens gekauft und schon die richtige Adresse parat. 

Übrigens: Auch das Nachrüsten solltet ihr Experten überlassen. Durch verschiedene Zusatzbausteine kann ein E Bike überlastet werden, wodurch schneller Verschleiß-Erscheinungen auftreten.

4. Tipp fürs nachhaltige E Bike fahren: Akku schonen

Der richtige Umgang mit dem Akku ist der wichtigste Punkt, um die Lebensdauer des E Bikes zu erhöhen. Die Herstellung der Akkus verbraucht enorm viel Energie und findet unter umweltschädlichen Bedingungen statt. Sie ist für 16 Prozent der Treibhausgas-Emissionen während der Produktion eines E Bikes verantwortlich. 

Dennoch: Wer E Bike fährt, verbraucht keinen Kraftstoff. Ein E Bike verbraucht auf einer Strecke von 100 Kilometern im Durchschnitt nur 0,5 Gramm Stickoxide und 0,2 Gramm Feinstaub. Dagegen kommen Autos nicht an. Es macht durchaus Sinn, vom Pkw aufs Pedelec umzusteigen.

Aus den genannten Gründen ist es umso wichtiger, den Akku so lange wie möglich zu nutzen. 

E Bike fahren, Ladestation
Adobe Stock Akku leer laufen lassen und dann wieder komplett aufladen? Davon wird abgeraten.

So schont ihr euren Akku

  • Der Akku sollte nicht zu hohen oder zu niedrigen Temperaturen ausgesetzt sein; lagert das Fahrrad inklusive Akku zwischen 10 und 15 Grad Celsius. Frost und pralle Sonne sollten vermieden werden.
  • Laut Bundesumweltamt sollte auf ein vollständiges Aufladen sowie Entleeren des Akkus verzichtet werden. Immer mal wieder ein wenig aufladen ist hier die Devise.
  • Haltet euch an die Gebrauchsanweisung des Herstellers, um die Lebensdauer des Akkus zu verlängern.
  • Akkus sind Gefahrengut – das BATSO-Sicherheitssiegel hilft euch beim Kauf dabei, einen sicheren Akku zu finden, der lange hält.
  • Recycelt euren Akku: Das Batteriegesetz legt fest, dass Verbraucher den Akku korrekt entsorgen müssen. Dazu zählt selbstverständlich nicht die Entsorgung über den Hausmüll. Ihr könnt den Akku beim Händler eures Vertrauens abgeben oder zum Wertstoffhof bringen.

5. Tipp: Mit grünem Strom E Bike fahren 

Die meisten Treibhausgasemissionen in Deutschland werden durch Stromerzeugung verursacht – und doch brauchen wir alle Energie. Wie wäre es mit dem Umstieg auf Ökostrom? So lässt sich der Akku eures E Bikes mit erneuerbaren Energien speisen und auf die Umwelt achten. 

Doch Achtung: Bei der Wahl eines Ökostrom-Tarifs ist Vorsicht geboten. Achtet auf Anzeichen von Greenwashing: Wie gestaltet sich die Unternehmens-Philosophie des Stromanbieters? Wird hier wirklich in erneuerbare Energien investiert oder nur auf einen vermeintlichen Trend aufgesprungen? Bestenfalls schaut ihr auf Label wie das ok-power-Siegel oder das Grüner-Strom-Label – sie garantieren, dass die Stromanbieter tatsächlich Neuanlagen fördern. Wenn diese Prämisse gegeben ist, könnt ihr ohne schlechtes Gewissen Ökostrom beziehen und damit euer E Bike versorgen. Und das Beste: Auch die restliche Energie, die ihr im Alltag benötigt, ist nun grün. 

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