Person beim Kajakfahren, Sonnenuntergang, Wassersportart
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6 Wassersportarten im Check: Welche passt zu euch?

Die Tage werden wieder wärmer und die Abende länger: Der Sommer hält Einzug in Deutschland und macht uns Lust auf Abenteuer im und auf dem Wasser. Sobald die Temperaturen nach oben klettern, zieht es uns aufs kühle und erfrischende Nass – seien es Flüsse, Seen, die Nord- oder die Ostsee. Kein Wunder, locken Deutschlands Gewässer doch mit etlichen Möglichkeiten zur Freizeitgestaltung. Zahlreiche Wassersportarten warten darauf, von euch entdeckt zu werden. Ob ihr es entspannt und unkompliziert mögt, mehr auf actionreiche Abenteuer steht oder eine Mischung aus beidem präferiert: Für jeden ist die passende Aktivität dabei. Wir stellen euch sechs Wassersportarten im Detail vor und verraten, was ihr beachten müsst. 

Schwimmen: Die unkomplizierte unter den Wassersportarten

Weil beim Schwimmen kaum Ausrüstung benötigt wird und diese Wassersportart zu jeder Jahreszeit ausgeübt werden kann, ist der Zugang zum Schwimmsport unkompliziert. Schwimmen lässt es sich nämlich nicht nur draußen auf dem Meer oder See, sondern auch im Frei- und Hallenbad.

Schwimmen ist ein recht kostengünstiges Hobby; ihr müsst zwar gegebenenfalls Eintritt zahlen, aber es benötigt nur wenige Anschaffungen. Eine Schwimmbrille und Badesachen, dazu bei Bedarf noch eine Schwimmkappe – das war´s. Wenn nötig, könnt ihr euch Hilfsmittel wie Flossen oder Paddles zulegen. Flossen geben euch ein besseres Bewegungsgefühl für die Beinkoordination, Paddles sind für die Druck- und Zugphase der Armbewegungen hilfreich, da sie euch hierbei ein besseres Wassergefühl vermitteln. Solche Extras sind aber nicht zwingend notwendig.

Wassersportart Schwimmen, Person im Meer oder See
Unsplash Fürs Schwimmen in der Freizeit benötigt ihr kaum Ausrüstung.

Gesundheitliche Vorteile beim Schwimmen

Schwimmen gilt allgemein als sehr gesund und das zurecht: Ihr trainiert dabei euren gesamten Körper, besonders die Rumpf- und Beinmuskulatur. Die Bewegungen trainieren nicht nur all eure Muskeln, sondern auch Ausdauer, Koordination und das Herz-Kreislauf-System. Die Atmung beim Schwimmen fordert eure Lunge und ihr Volumen, was sich wiederum positiv auf Herz und Kreislauf auswirkt: Je höher das Lungenvolumen, desto besser die Pumpleistung eures Herzes.

Schwimmen lernen

Viele Erwachsene haben das Schwimmen nie oder falsch erlernt. Bevor ihr regelmäßig schwimmt, solltet ihr einen Schwimmkurs besuchen, um entsprechende Kenntnisse zu erlangen oder aufzufrischen.

Besonders wichtig beim Schwimmen ist die Atemtechnik. Bei den meisten Schwimmtechniken habt ihr nur kurz Zeit, um einzuatmen; ausgeatmet wird ins Wasser, mit dem Gesicht unter der Oberfläche.

Womit wir beim nächsten wichtigen Aspekt wären, welcher leider meist falsch erlernt wird: Die Körperhaltung. Geschwommen wird nicht mit dem Kopf über Wasser, sondern mit dem gesamten Körper in der Horizontale. Der Kopf taucht, je nach Schwimmtechnik, nur kurz nach vorne oder zur Seite auf, um einzuatmen. Wenn ihr den Kopf dauerhaft aus dem Wasser streckt, kann das zu starken Verspannungen und Schmerzen im Nackenbereich führen.

Wassersportart Schwimmen, korrekte Haltung, Hallenbad
Unsplash Hier seht ihr die korrekte Haltung beim Schwimmen.

Verschiedene Schwimmtechniken

Wenn ihr Schwimmen als Hobby betreibt, könnt ihr zwischen den verschiedenen Schwimmtechniken hin- und herwechseln. Im Wettkampfschwimmen wird unterschieden zwischen Brustschwimmen, Rückenschwimmen, Kraulen und dem Delfin. Ihr werdet schnell merken, welche davon euch am meisten Spaß bringt oder wo ihr den größten Fortschritt verzeichnet. 

Brustschwimmen, Rückenschwimmen, Kraulen oder Delfin?

Brustschwimmen ist die bekannteste und beliebteste Technik, die jeder zu Beginn lernt. Zugleich ist sie relativ kompliziert; außerdem kommt ihr beim Brustschwimmen, im Vergleich zu den anderen Techniken, nur mäßig voran. 

Sehr viel schneller könnt ihr beim Kraulen werden. Diese Technik ist allerdings anfangs sehr anstrengend, falls die Bewegungen für eure Armmuskulatur ungewohnt sind.

Wie wäre es mit Rückenschwimmen? Hier könnt ihr variieren: Die Paddelvariante ist eine gute Möglichkeit, eure Muskulatur zu stärken und euch gleichzeitig zu erholen. Beim Rückenkraulen kommt ihr schneller vorwärts und trainiert gleichzeitig Ausdauer und Herz-Kreislauf-System.

Zu guter Letzt gibt es noch die Disziplin Delfin, die sich mittlerweile auch als Wettkampfdisziplin etablieren konnte. Diese Technik, auch “Schmetterlingsschwimmen” genannt, ist überaus anspruchsvoll. Sie verlangt euch makellose Technik und sehr gute Kondition ab, ist also ratsam für Fortgeschrittene oder Profis. Durch die wellenförmigen Bewegungen des Körpers ist diese Technik nach dem Kraulen die zweitschnellste. 

Stand Up Paddling: Die Trend-Wassersportart

Unter den zahlreichen Wassersportarten gibt es keine andere, die sich in den letzten Jahren so zur Trendsportart entwickelt hat wie Stand Up Paddling. Das Tolle: SUP ist für jeden gemacht – egal, wie alt ihr seid, wie groß oder schwer, und wie viel Ausdauer ihr mitbringt. Es ist leicht zu erlernen und kann im Schwierigkeitsgrad an die Bedürfnisse des Paddlers angepasst werden. Auch Kinder haben viel Spaß auf dem SUP-Board.

SUP-Anbieter gibt es mittlerweile in jeder Großstadt Deutschlands und auch in vielen kleineren Städten, die über hübsche Gewässer verfügen. SUPen ist auf zahlreichen Gewässern möglich, ob das nun Bäche, Flüsse, Seen oder Meere sind.

Der Ursprung dieser vielseitigen Wassersportart wird in Polynesien vermutet, während die moderne Ausprägung des Stand Up Paddlings vermutlich aus Hawaii und den Nachbarinseln stammt. 

Stand Up Paddle Boarding, Heilbronn, Germany, Gewässer Deutschland
Adobe Stock Stand Up Paddling ist mittlerweile auf sehr vielen Gewässern Deutschlands erlaubt.

SUP: Bringt Spaß und ist gesund

Beim Stand Up Paddling wird euer gesamter Körper gestärkt und durch das stetige Ausbalancieren auf dem Board der komplette Muskeltonus trainiert. Sogar sonst sehr schwer zu trainierende Muskelpartien werden hier beansprucht. 

Die Intensität dieser Wassersportart liegt komplett bei euch: Paddelt ihr kräftiger, dann trainiert ihr zugleich eure Ausdauer und euer Herz-Kreislauf-System. Geht ihr mit Stechpaddel und Board gemächlicher um, könnt ihr euch voll auf die Balance und die Ganzkörperspannung konzentrieren – und gleichzeitig die umliegende Natur bestaunen. 

Stand Up Paddling ist darüber hinaus optimal zur Prävention und Nachsorge von verschiedenen Rückenleiden geeignet. Das solltet ihr im Einzelfall aber immer mit eurem Arzt besprechen. 

Die Ausrüstung

Auch beim Stand Up Paddling seid ihr mit wenig Ausrüstung bereits bestens beraten. Natürlich braucht ihr ein Board und ein dazugehöriges Stechpaddel. Je nach Jahreszeit werden dann noch Badekleidung oder ein Neoprenanzug benötigt. 

Board und Paddel könnt ihr euch bei vielen SUP-Anbietern leihen.

Stand Up Paddling-Boards sehen Surfboards recht ähnlich und kommen in verschiedenen Ausführungen daher. Für Einsteiger eignen sich sogenannte Allround-Boards, die ihrem Namen alle Ehre machen: Mit ihnen lassen sich sowohl SUP-Touren unternehmen als auch Wellen reiten. Allround-Boards sind durchschnittlich etwa 2,5 Meter lang; sie lassen sich einfach lenken und geben euch Stabilität, auch bei leichtem Wellengang. Auf ihnen lässt sich Stand Up Paddling prima lernen.

Boards für Fortgeschrittene und Profis 

Für Fortgeschrittene bieten sich Touring Boards, auch Cruising Boards genannt, an. Sie sind länger und schnittiger als Allround-Boards und perfekt für längere Touren auf stillen Gewässern geeignet. Mit ihnen erreicht ihr höhere Geschwindigkeiten als mit Allroundern, sie sind aber fürs Wellenreiten nicht geeignet. Ohnehin steht Wellenreiten beim Stand Up Paddling nicht im Vordergrund; der Fokus liegt auf Touren durch die wunderschöne Landschaft Deutschlands. 

Raceboards kommen mit einer Länge von bis zu 4,5 Metern daher. Wie ihr Name sagt, sind hiermit höhere Geschwindigkeiten möglich, beispielsweise für Paddelrennen. Das haben sie ihrem geringen Gewicht und der schnittigen Form zu verdanken. Diese SUP-Boards sind für Geübte gedacht; ihr braucht hier bereits eine gute Balance und eine ausgeprägte Beinmuskulatur. 

Dann gibt es noch Wave Boards, die mit ihrer kurzen Form speziell fürs Wellenreiten gemacht sind, womit ihr euch aber schon in Richtung Surfsport bewegt. 

Schnorcheln: Die unterschätzte unter den Wassersportarten

Schnorcheln leidet etwas unter dem Image, die langweilige Variante vom Sporttauchen zu sein. Absolut zu Unrecht, denn Schnorcheln verbindet Schwimmen, Tauchen und das Entdecken der Unterwasserwelt auf einzigartige Weise. Ihr könnt fantastische Unterwasserlandschaften bestaunen und seid trotzdem immer nah an der Oberfläche, was euch Sicherheit verschafft. Dementsprechend wird beim Schnorcheln kein Atemgerät, sondern ein Schnorchel genutzt. 

Schnorcheln ist außerdem viel einfacher zu lernen als das Tauchen. Ein Kurs ist nicht zwingend notwendig, kann aber sinnvoll sein. Eine gewisse Grundfitness ist von Vorteil, da das Schnorcheln euch konstante, wenn auch nicht allzu große körperliche Anstrengung abverlangt. Die Gelenke beispielsweise werden beim Schnorcheln eher geschont, da ihr – im Vergleich zu anderen Wassersportarten – relativ entspannt im Wasser liegen könnt. Dennoch werden Körperspannung, Kondition und Koordination benötigt; all das wird sich aber durchs Schnorcheln ohnehin verbessern.

Wo kann ich in Deutschland schnorcheln?

Beim Stichwort “Schnorcheln” denken die meisten vermutlich zunächst an Unterwasserparadiese wie die Malediven, Australien oder Hawaii. Aber auch in Deutschland gibt es einige Orte, die sich hervorragend für diese Wassersportart eignen. Der Sacrower See und der Grubensee in Brandenburg sind tolle Schnorchel-Spots. Aber auch Schleswig-Holstein und Bayern laden zum Schnorchelerlebnis ein, zum Beispiel am Hörnumer Oststrand auf Sylt oder am Wörthsee. 

Die perfekte Schnorchel-Ausrüstung

Fürs Schnorcheln braucht ihr nur wenig Ausrüstung. Wenn ihr euch in Küstennähe befindet, reichen Schnorchel und Schwimmbrille aus. Sobald es weiter hinaus aufs Wasser geht, benötigt ihr zusätzlich Schwimmflossen, also eine komplette ABC-Ausrüstung. 

Schnorchel, Maske und Flossen: Diese Teile der Ausrüstung sind in zahlreichen Ausführungen vorhanden. Es kann hilfreich sein, sich hierzu im Fachladen des Vertrauens beraten zu lassen.

Der Schnorchel: Kern der Ausrüstung

Wichtigster Part eurer Ausrüstung ist der Schnorchel. Hier gibt es verschiedene Ausführungen mit Vor- und Nachteilen.

Der klassische Schnorchel, den ihr auch bei Schnorchelkursen oder -verleihen bekommt, ist zweckmäßig, aber solide. Als Anfänger seid ihr damit gut beraten. Leider ist er nicht besonders flexibel und läuft aufgrund seiner Konstruktionsweise schnell mit Wasser voll. Ihr solltet mit klassischem Schnorchel nah an der Wasseroberfläche bleiben. 

Eine gute Alternative ist der Schnorchel mit Ausblasventil, dessen Rohr flexibler und mit einem Silikon-Mundstück ausgestattet ist. Das vorhandene Ausblasventil sammelt das Wasser und sorgt dafür, dass das Schnorchelrohr nicht so schnell voll läuft.

Trockenschnorchel nehmen kein Wasser auf; hier befindet sich ein Ventil am Ende des Rohrs, das die Aufnahme von Wasser und Luft verhindert. So muss weder Luft noch Wasser ausgeblasen werden, was Kräfte spart.

Die Schnorchelmaske

Bei der Schwimm-, beziehungsweise Schnorchelmaske, spielt die Passform eine entscheidende Rolle. Eure Maske muss komfortabel sitzen und wasserdicht sein, aber darf nicht einschneiden.

Es gibt Einglas- und Zweiglasmasken. Einglasmasken verfügen über ein weiteres Sichtfeld als Zweiglasmasken, sind jedoch nicht für Brillenträger geeignet – Zweiglasmasken schon. Darüber hinaus gibt es rahmenlose Tauchermasken, die flexibel sind und sich der Gesichtsform perfekt anpassen, allerdings auch schwer mit Sehstärke ausgestattet werden können. Brillenträger sollten daher auf Zweiglasmasken zurückgreifen. 

Zweiglasmaske fürs Schnorcheln liegt am Beckenrand, Wassersportarten
Unsplash Hier seht ihr eine klassische Zweiglasmaske.

Schnorchelflossen 

Schnorchelflossen gibt es in offener und geschlossener Ausführung. Geschlossene Flossen sind leicht und einfach steuerbar; zudem schützen sie euch vor spitzen Steinen, Quallen und Muscheln. Sie sind günstiger als offene Schnorchelflossen. 

Diese wiederum sind quasi Neopren-Füßlinge, die meist von Tauchern getragen werden und sehr gut vor Kälte schützen. Sie sind schwerer und weniger flexibel als geschlossene Flossen, gleiten aber besser auf dem Meeresboden. 

Schnorchelnde Person im Meer, offene Flossen, Wassersportarten
Unsplash Hier seht ihr offene Flossen, Neoprenfüßlinge also.

Achtung beim Schnorcheln: Mögliche Gefahren

Schnorcheln macht extrem viel Spaß und bringt euch die Unterwasserwelt auf faszinierende Weise näher, birgt aber auch ein paar Gefahren. Bei starker Strömung beispielsweise kann es passieren, dass ihr zu weit aufs Wasser hinaus treibt. Geht als Anfänger am besten nie alleine schnorcheln oder bleibt zumindest in Küstennähe. 

Um Hyperventilation zu vermeiden, ist eine gleichmäßige Atmung das A und O. Diese erlernt ihr bei Schnorchel- und Tauchkursen. 

Ebenso gefährlich wie Hyperventilation ist die sogenannte Pendelatmung. Sie entsteht, wenn von euch ausgeatmete Luft im Schnorchel bleibt und nicht durch ausreichend frische Luft ersetzt wird. Dann atmet ihr nämlich die Luft ein, die ihr vorher ausgeatmet habt und lauft Gefahr, bewusstlos durch Sauerstoffmangel zu werden. Pendelatmung könnt ihr mit dem richtigen Schnorchel vermeiden: Höchstens 35 Zentimeter sollte er lang sein. 

Wenn ihr diese Vorsichtsmaßnahmen ergreift, werden die ersten Schnorchelerfahrungen ein voller Erfolg. 

Tauchen: Die Wassersportart der Extreme

Wenn ihr im Schnorcheln schon erprobt seid, Lust auf noch mehr Action habt oder einfach tiefer gen Meeresboden strebt, dann ist Tauchen vielleicht die richtige Sportart für euch. Beim Tauchen könnt ihr noch mehr von der Unterwasserwelt kennenlernen. Die phänomenale Schwerelosigkeit unter Wasser beeindruckt beim Tauchen ganz besonders. 

Voraussetzungen

Tauchen ist eine Wassersportart, die viele Kenntnisse erfordert. Tauchkurs und -schein sind zwingend notwendig, bevor ihr euch ins kühle Nass begebt. Nur so kann sichergestellt werden, dass ihr in Gefahrensituationen wisst, was zu tun ist – und im Allgemeinen die Technik beherrscht. Es gibt zahlreiche Organisationen, die Kurse und Fortbildungen für jeden Schwierigkeitsgrad anbieten. Auch wenn ihr schon mal getaucht seid, lohnt sich ein Auffrischungskurs in jedem Fall.

Grundsätzlich sollte vorm Tauchen ein Check-up bei eurem Arzt erfolgen, um sicherzustellen, dass ihr mit dem hohen Druck unter Wasser zurecht kommt und die gesundheitlichen Voraussetzungen erfüllt. 

Tauchen in Deutschland?

Tauchen ist, genau wie Schnorcheln, nicht nur bei Fernreisen etwa auf die Seychellen oder die Malediven möglich. In Deutschland gibt es einige Spots, beispielsweise die Nord- und Ostseeinseln sowie verschiedene Tauchseen. Im Messinghausener See in Nordrhein-Westfalen, am Großen Teich Torgau in Sachsen und im beliebten Süplinger Canyon in Sachsen-Anhalt lässt es sich beispielsweise prima tauchen.

Ausrüstung beim Tauchen

Beim Tauchen wird mehr Ausrüstung benötigt als beim Schnorcheln. Am wichtigsten ist das Atemgerät. Ein Mundstück ist verbunden mit einem Regulator, den ihr immer bei euch tragt. Es gibt übrigens zwei verschiedene Atemtechniken beim Tauchen, die Open Circuit Atmung und die Closed Circuit Atmung. Bei der Open Circuit Atmung wird die aufgebrauchte Luft ins Gewässer abgelassen; bei der Closed Circuit Atmung wird sie wiederverwendet. Um Pendelatmung zu vermeiden, wird die bereits ausgeatmete Luft hier gefiltert und mit Sauerstoff ergänzt. 

Auch beim Tauchen braucht ihr passende Flossen; die meisten Taucher greifen auf offene Taucherflossen zurück, die vor Kälte schützen. Genau wie der Neoprenanzug, der darüber hinaus vor giftigen Unterwasserlebewesen und Schürfwunden schützt. 

Taucher mit Ausrüstung
Unsplash Taucher mit Ausrüstung

Eine gute Taucherbrille gehört zu jeder Tauchausrüstung dazu. Es gibt Taucherbrillen, bei denen ihr zusätzlich ein Licht befestigen könnt. Ein Navigationsgerät solltet ihr mindestens dann mit euch tragen, wenn ihr alleine tauchen geht. 

Verschiedene Arten des Tauchens

Wenn wir vom Tauchen sprechen, meinen wir meist die Disziplin des Sporttauchens. Diese wird von Anfängern zunächst erlernt und meist als Hobby ausgeübt. “Freizeittauchen” wäre daher im Grunde die adäquatere Bezeichnung für diese Disziplin. Beim Sporttauchen enthalten die Flaschen übrigens Pressluft und keinen reinen Sauerstoff. Das ist komprimierte Oberflächenluft. 

Beim sogenannten “Gerätetauchen” wiederum wird spezifische Ausrüstung benötigt, die über die ABC-Ausrüstung hinausgeht. Ihr benötigt zum Beispiel ein Tarierjacket, beziehungsweise Auftriebskompensatoren, ein Druckluftgerät, einen Rebreather mit Atemmaske und Bleigewichte. 

Für Anfänger ist diese Art des Tauchens nicht geeignet.

Technisches Tauchen und Apnoetauchen

Auch beim technischen Tauchen benötigt ihr eine erweiterte Ausrüstung. Der entscheidende Unterschied zu anderen Tauchdisziplinen liegt in der Verwendung von Atemgasgemischen, mit denen ihr in weitaus tiefere Gefilde abtauchen könnt als beim Sporttauchen. Bis zu sieben Flaschen nimmt ein einzelner Taucher mit auf seine Erkundungstour. Auch für diese Art des Tauchens ist eine fundierte, separate Ausbildung nötig. 

Sicher habt ihr auch schon mal von Apnoetauchern gehört. Das ist die extremste Art des Tauchsports, denn hier verzichten Tauchende komplett auf Hilfsmittel, sprich: auch auf Sauerstoffgemische. Beim Apnoetauchen erkundet ihr die Unterwasserwelt mit angehaltenem Atem, während ihr meist mit einem Seil mit einem Boot verbunden seid. Apnoetauchen wird deshalb auch “Free Diving” genannt und ist Profis vorbehalten. 

Gefahren beim Tauchen

Nicht umsonst ist ein Kurs Pflicht, wenn ihr mit dem Tauchen beginnen wollt. Ihr könnt nämlich in brenzlige Situationen gelangen und solltet unbedingt wissen, wie dann zu handeln ist. 

Gefahren entstehen beispielsweise, wenn Felsen abbrechen und scharfe Kanten aufweisen, oder wenn ihr die Orientierung unter Wasser verliert. Außerdem können technische Probleme auftreten, etwa wenn Ventile vereisen oder wenn ihr bei Extremtemperaturen ins Wasser steigt. Ein beschädigtes Luftversorgungssystem kann überaus bedrohlich werden. Auch ein mangelhafter Druckausgleich kann nur mit entsprechender Expertise behoben werden. 

Fürs Tauchen solltet ihr nicht nur tief ins Wasser, sondern auch in die gesamte Materie eintauchen. Aber es lohnt sich!

Surfen: Die Wassersportart für Experimentierfreudige

Kommen wir zu einer Wassersportart, die auf und nicht unter Wasser stattfindet: Surfen. Diese Wassersportart kann ziemlich anstrengend werden und bedarf einer Weile, um sie angemessen zu erlernen. Daher ist hier Ausdauer und Geduld gefragt. 

Den Surfsport gibt es schon seit mehreren hundert Jahren; entstanden ist er auf Hawaii. Um 1720 brachten Polynesier eine Form des Surfens nach Hawaii, das “Bodysurfen”. Damals wurden noch keine Bretter genutzt, sondern nur der eigene Körper. Faszinierend, oder? Später wurden Surfbretter aus Holz genutzt; der Sport entwickelte sich aber immer weiter. Nicht nur weg vom Holzboard, sondern auch weg von seinem Image als Extremsport. In Europa werden seit den 1950er Jahren Wellen geritten. Surfen ist heutzutage ein Freizeitsport für jedermann, auch wenn er nicht ganz einfach ist und viel Körperspannung erfordert. Dennoch wird Surfen in Deutschland meist eher als Abenteuer angesehen, das es auszuprobieren gilt. Surfen gilt noch immer als Sport für Experimentierfreudige. 

Surfbrett am Strand, Wassersportarten im Check
Unsplash Surfen gilt noch immer als Sport für besonders Experimentierfreudige. Doch so schwierig ist es gar nicht!

Surfen lernen in Deutschland

Surfen ist in Deutschland nur an wenigen Orten möglich, zum Beispiel auf Sylt, Norderney und in München

An vielen deutschen Surfspots gibt es Surfschulen, wo ihr euch theoretisches und praktischen Wissen aneignen könnt. Ein Surfkurs ist nicht zwingend erforderlich, aber ratsam. Im Rahmen eines solchen Kurses werden euch notwendige Basics beigebracht. Außerdem lernt ihr, Wellen richtig einzuschätzen und zu nutzen. Beispielsweise gibt es einen Unterschied zwischen Wellen mit “Swell” und ohne. Um Wellen wirklich reiten zu können, braucht ihr den Swell. Das bedeutet, dass sie über mehrere hundert Meter gewachsen sind und sich zu langen Wellenlinien verbinden.

Surfen in München, Eisbachwelle, Wassersportarten im Check
Unsplash In München lässt es sich mitten in der Stadt surfen, nämlich auf der Eisbachwelle.

Grundsätzlich benötigt ihr fürs Surfen eine gesunde Portion Mut. Und Geduld, denn bis ihr wirklich gut surfen könnt, kann es eine Weile dauern. Auch Kinder können surfen lernen; einige Schulen bieten spezielle Kinderkurse an. Es ist ein Sport für die gesamte Familie. 

Das braucht ihr zum Surfen

Die meisten Surfschulen verleihen Surf-Equipment. Meistens gehört dazu ein Board mit den passenden Finnen sowie eine Leash, die Verbindungsleine zwischen dem Board und eurem Fußgelenk. Darüber hinaus braucht ihr zum Beispiel einen Neoprenanzug, der euch nicht nur vor Kälte und Schürfwunden, sondern auch vor Sonnenbrand bewahrt. Bei wärmeren Temperaturen bietet sich ein “Shorty” an, ein kurzer Anzug. Er sollte immer eng anliegen und keine Falten werfen. Neoprenschuhe sollten auch zu eurem Surf-Repertoire gehören, auch sie schützen vor Verletzungen und Kälte. 

Welches Board brauche ich?

Es gibt Surfbretter in den verschiedensten Längen und Formen, mit unterschiedlichem Gewicht. Das zu euch passende Board sollte auf eure Größe, euer Gewicht, euer aktuelles Level und die gerade herrschenden Wetterbedingungen abgestimmt werden. Für Anfänger eignen sich prinzipiell recht lange Boards. Sie geben viel Auftrieb, da sie stabiler konstruiert sind als kurze. 

Grundsätzlich wird unterschieden zwischen Longboards und Shortboards, auch wenn es darüber hinaus noch viele weitere Abstufungen und Unterschiede gibt. Mit kleinen, spitz zulaufenden Shortboards lassen sich prima Tricks und Manöver auf den Wellen ausprobieren, während Longboards euch dabei helfen, das klassische Surfen zu erlernen. 

Surfen, Wellen reiten, Wassersportart
Unsplash Hier zu sehen: ein wendiges Shortboard.

Kajakfahren: Die Gemeinschafts-Wassersportart

Für Wassersport in der Gruppe bietet sich Kajakfahren prima an. Nicht verwechseln solltet ihr Kajaks mit Kanadiern. Kajaks können deutlich schneller werden als Kanadier, besonders mit der richtigen Paddeltechnik. 

Kajaks sind aber nicht nur ein Sportgerät, sondern auch Transportmittel. Bei einer Kajaktour wird meist eine landschaftlich schöne Strecke befahren, sodass ihr auch ausreichend Zeit habt, die Natur zu genießen.

Ihr selbst habt die Wahl zwischen Action und Entspannung. Je nach Gewässer und Paddelkraft könnt ihr es nämlich durchaus ruhig angehen lassen. Grundsätzlich ist Kajakfahren auf verschiedensten Gewässern möglich. Das können Seen sein, Flüsse und Meere, Wildwasser- und Küstenabschnitte. 

Kajakfahren: Kraft und Ausdauer gefragt

Beim Kajakfahren benötigt ihr sowohl eine große Portion Kraft als auch Ausdauer. Wichtig ist, dass ihr nicht ausschließlich mit den Armen arbeitet; im Idealfall sollten Beine und Bauch die meiste Muskelarbeit übernehmen. Beim Kajakfahren benutzt ihr ein Doppelpaddel; die damit einhergehende Bewegungsführung spricht den gesamten Körper an. 

Diese Wassersportart ist ein Spaß für die ganze Familie: Kajaks zu steuern kann auch von Kindern prima erlernt werden und macht jeder Altersgruppe Spaß. 

Kajakfahren: Benötigte Ausrüstung

An zahlreichen Gewässern lassen sich Kajak und Paddel ausleihen. Die Größe des Paddels hängt dabei von eurer Körpergröße ab, aber auch davon, wie schnell oder gemächlich ihr euch auf dem Gewässer eurer Wahl fortbewegen wollt. Wenn ihr nicht allein im Kajak sitzt, solltet ihr die Paddel eurem Vorhaben entsprechend auswählen. Lasst euch hierzu gerne beim Fachgeschäft oder bei der Verleihstation beraten.

Weiteres hilfreiches Equipment sind Spritzdecke, Schwimmweste, Helm und Neoprenanzug. Essentiell ist die Schwimmweste; ihr solltet in jedem Gewässer eine tragen. Dabei sollte sie nicht zu locker sitzen, aber locker genug, um einen bequemen Sitz und Bewegungsfreiheit zu gewährleisten.

Je nach Temperatur solltet ihr auch über einen Neoprenanzug nachdenken. Ein Helm ist immer empfehlenswert, doch besonders in wilden Gewässern nötig. Die Spritzdecke deckt euch und das Kajak ab und schützt vor Spritzwasser. Sie ist also eher ein Gadget für mehr Komfort. 

Kajaks: Charakteristika und Aufbau

Kajaks sind meistens an der Oberseite geschlossen, was sie maßgeblich von Kanadiern unterscheidet. Sie sind kompakt gebaut und dadurch wendig und schnell.

Es gibt zahlreiche unterschiedliche Kajak-Modelle, die sich in ihrer Konstruktionsweise und ihrem Einsatzgebiet, aber auch im Material unterscheiden. Die meisten bestehen aus Holz oder Fiberglas; es gibt aber auch aufblasbare Kunststoff-Kajaks, die sich sehr einfach transportieren lassen.

Unterschiedliche Größen: Vor- und Nachteile

Obwohl Kajaks eher schmal und flach sind, kommen sie in unterschiedlichen Größenausführungen daher. Grundsätzlich gilt: Mit einem längeren und schmaleren Kajak kommt ihr schneller voran als mit einem kurzen und breiten. Kurze, breite Boote sind nicht so wendig, da sie mehr Wasser verdrängen. Allerdings steigt beim Einsatz der längeren Boote das Risiko, ins Wasser zu fallen, da diese weniger stabil sind. 

Für Anfänger ist eine Mischung ideal: ein langes Kajak, das nicht zu schmal ist. So könnt ihr euch in Ruhe ausprobieren, bevor ihr auf wendige Boote umsteigt, die richtig hohe Geschwindigkeiten erreichen können. Zunächst sollte euer Fokus ohnehin auf der richtigen Paddeltechnik liegen, die maßgeblich fürs Kajakfahren ist.

Unterschiedliche Ausführungen

Die Größe eures Kajaks hängt auch davon ab, ob ihr diese Wassersportart alleine oder in Gesellschaft betreiben möchtet. Am beliebtesten und häufigsten vertreten sind Einer- und Zweier-Kajaks, es gibt aber auch Dreier- und Vierer-Kajaks. Beachtet aber, dass die Koordination zu dritt oder zu viert ziemlich schwierig sein kann – zumindest zu Beginn.

Neben dem aufblasbaren und dem klassischen Hartschalenkajak gibt es noch viele weitere Ausführungen. Eine davon ist das sogenannte Modular Kajak, ein teilbares Kajak. Ihr könnt euch das wie folgt vorstellen: Es gibt hier mehrere Bausteine, die sich einfach ineinander schieben lassen, wodurch das Kajak optimal transportiert werden kann. Modular Kajaks sind meist robuster als aufblasbare Kajaks. 

Wofür ihr euch auch entscheidet oder welches Modell euch auch verliehen wird, ihr werdet sehen: Kajakfahren ist ein Riesenspaß.

Schon entschieden?

Wassersportarten gibt es mittlerweile tatsächlich wie Sand am Meer. Wir zeigen euch eine Auswahl klassischer Wassersportarten, die ihr so vielleicht nicht einmal in Deutschland vermutet. Wer sich nicht entscheiden will, kann sich erst einmal in verschiedenen Sportarten ausprobieren und so vielleicht langfristig eine neue Leidenschaft entdecken. 

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