Wandern in der Elfringhauser Schweiz: Geheimtipp in Ruhrgebietsnähe

Hattingen

Zuletzt aktualisiert: 7. Februar 2022

9.5 km
2,5h
Mittel
Gut: Befestigte Wege

Kurz vor dem Übergang ins Ruhrgebiet packt das nördliche Bergische Land noch einmal seine ganze Schönheit aus: Die Elfringhauser Schweiz, auch Hattinger Hügelland genannt, liegt etwa mittig zwischen Wuppertal und Essen. Das beliebte Naherholungsgebiet für Wanderfreudige aus dem Ruhrgebiet lockt mit einer großen Bandbreite an Wanderwegen und extrem vielfältiger Landschaft. Hier wechseln sich hügelige Wiesen ab mit dichten Waldgebieten, kleinen Dörfchen und teils steilen, von Bachläufen durchzogenen Abhängen. Diese werden in der Region auch Siepen oder Siefen genannt. Bleibt zu klären, warum die Gegend den verheißungsvollen Beinamen „Schweiz“ trägt? Nun, an den Ausmaßen der Erhebungen kann es nicht liegen, denn die Hügel ragen hier an keiner Stelle mehr als 300 Meter in die Höhe. Jedoch sind die Höhenzüge an einigen Stellen unerwartet steil und die Ausblicke bei guter Fernsicht durchaus vorzeigenswert. Da kommt vor dem Übergang ins deutlich flachere Ruhrgebiet schon einmal Gebirgsstimmung auf!

Bergerhof: Wander-Hotspot in der Elfringhauser Schweiz

Elfringhauser Schweiz, Bergisches Land, Hattinger Hügellandschaft
Adobe Stock Auf deinem Weg durch die Elfringhauser Schweiz begegnest du hier und da auch Kühen.

Ein guter Startpunkt für eine vielseitige Wanderung durch die Elfringhauser Schweiz ist der traditionsreiche Erlebnisbauernhof Bergerhof. Er liegt südlich von Hattingen, nahe Sprockhövel und ist bereits seit 1899 in Familienbesitz. Zunächst hatte der Hof den Schwerpunkt Rinderhaltung, später wechselten die Hofbetreiber um auf Hühnerhaltung in großem Stil. Ab den 1960er-Jahren gab es auf dem Bergerhof einen Imbiss, der stetig anwuchs und später ein Restaurant wurde. Es lohnt sich, einmal in den großen Hofladen zu gehen. Dort findest du saisonal wechselnde, in der Elfringhauser Region angebaute Obst- und Gemüsesorten, Eier, Kartoffeln, aber auch Erzeugnisse wie Säfte, Marmeladen oder Beerenweine. Über die Region hinaus bekannt ist die ebenfalls zum Hof gehörende Landmetzgerei. Eine Spezialität sind die hausgemachten geräucherten Mettwürstchen sowie (je nach Saison) verschiedene Wild-Spezialitäten.

Für Wandernde besonders schön: Im Bergerhof lässt es sich auch hervorragend rasten und einen kleinen Snack oder aber Kaffee und selbstgebackenen Kuchen oder Waffeln genießen. Und nicht nur das: Sogar lecker Frühstücken kann man hier. Und natürlich gibt es auch verschiedene fleischlose Gerichte, wie etwa Eintöpfe oder Salate. Generell ist die Küche jedoch eher traditionell und deftig.

Hinauf in die Elfringhauser Hügel

Elfringhauser Schweiz, Bergerhof mit Windkraftanlage
Adobe Stock In der Elfringhauser Hügellandschaft findet sich auch die Windkraftanlage des Bergerhofs.

Eine mögliche Wanderung durch die Elfringhauser Hügellandschaft startet direkt am Bergerhof. Dafür folgst du dem Berger Weg, der am oberen Ende des Hofes, neben der Pony-Reitanlage, Richtung Wald führt. Der Weg steigt moderat an. Rechter Hand siehst du in geringer Entfernung die sich drehende Windkraftanlage. Sie erzeugt die gesamte Energie, die der Bergerhof zur Bewirtschaftung benötigt. Bevor der Berger Weg langsam in den Wald übergeht, solltest du unbedingt noch einmal innehalten und zurückblicken: An schönen Tagen kannst du von dieser Position aus bis weit ins Ruhrgebiet schauen.

Im Wald dann, gegenüber der links gelegenen Ansiedlung „Am Loh“, biegst du nach rechts ab und folgst einem kleineren Weg. Dieser führt ins schöne Waldgebiet Wolfskuhle. Dieses ist mit seinen knapp über 300 Metern Höhe eine der höchsten Stellen der gesamten Wanderung. Es geht weiter in einem großen Bogen, parallel zum Felderbach und hinein ins Waldgebiet Wortbusch. Linker Hand tauchen dann nach einer Weile die Ansiedlung Auerhof sowie das Dorf Elfringhausen auf, das der Region ihren Namen gab. Erneut schlägt der Weg einen Bogen und windet sich an steilen Hängen entlang eines Siefens, zu dessen Füßen der Bach Haselbecke verläuft.

Wandern durch das Felderbachtal

Nun ist erst einmal ein wenig Verschnaufen angesagt. Die Tour setzt sich fort durch das Felderbachtal und du solltest dir die Zeit nehmen, von hier aus die schönen Ausblicke zu genießen. Anschließend biegt die Route wieder leicht nach rechts ab und passiert die etwas weiter unten liegende Hofanlage Unterste Porbeck. Wenn du gerne einmal Pause machen oder dich etwas stärken möchtest: In Unterste Porbeck gibt es das gutbürgerliche Ausflugslokal „Waldhof“. Gut gestärkt geht es nun noch einmal etwas höher hinaus, nämlich durch dichten Wald in Richtung Immelberg. Es folgt eine relativ lange Strecke durch waldiges Gelände, bevor die Route dann wieder langsam aus dem Wald herausführt und allmählich zurück in Richtung Ausgangspunkt steuert.

Schließlich näherst du dich dem Bergerhof von der nördlichen Seite und hast Gelegenheit, dich auf dem Hof noch einmal in Ruhe umzuschauen. Vielleicht ist das Maislabyrinth gerade begehbar? Oder aber du hast Lust auf eine Leckerei in der Hofgastronomie – bei gutem Wetter draußen und mit Blick auf die Elfringhauser Hügel? In jedem Fall wirst du nach dieser etwa 11 Kilometer langen Runde einen schönen Ausschnitt der Elfringhauser Schweiz kennengelernt haben und vielleicht planen, das nächste Mal eine andere Ecke zu erwandern.

Think green

Der Bergerhof produziert seine Energie mit der hofeigenen Windkraftanlage

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