Tierfreigelände Bayerischer Wald: Luchse, Bären und Wölfe im Nationalpark

Zuletzt aktualisiert: 29. Juni 2021

7 km

Highlights:

  • Spannender Rundweg durch das Tierfreigelände am Lusen
  • Heimische Arten im Bayerischen Wald bestaunen
  • Großzügige Gehege für Luchse, Wölfe und Co.

Moose und Farne überwuchern die Wurzelteller umgestürzter Baumriesen, kein Jäger oder Förster greift regulierend ein. Selbst den so gefürchteten Borkenkäfer muss der Urwald aushalten. Als Spaziergänger dürft ihr in dem inzwischen auf 24.250 Hektar erweiterten Schutzgebiet die markierten Wanderwege nicht verlassen. Aber das ist auch nicht nötig, um grüne Berggipfel, reißende Bäche und auf über 1.100 Metern Höhe Sattelhochmoore wie den Latschenfilz zu entdecken. Außerdem erschließen Radwege den Nationalpark in Europas größter E-Bike-Region, und die drei Grenzübergänge bei Ferdinandsthal, Gsenget und Buchwald ermöglichen das Überwechseln in den tschechischen Nationalpark Šumava (Böhmerwald).

Wandern im Tierfreigelände am Lusen

Besonders spannend ist natürlich der sieben Kilometer lange Rundweg durch das 200 Hektar große Tierfreigelände in Neuschönau – sogar im Winter. In den großzügigen Gehegen sind Luchse, Wölfe, Braunbären, Wisente und Steinkäuze zu beobachten – sie alle waren früher im Bayerischen Wald und im angrenzenden Böhmerwald heimisch. Wolf, Luchs, Wanderfalke und Schwarzstorch sind mittlerweile von allein in den Nationalpark zurückgekehrt. Über 50 Waldvogelarten leben im Freigelände, darunter sehr seltene wie Auerhuhn, Schwarzspecht, Dreizehenspecht, Rauhfußkauz, Sperlingskauz und Hohltaube. Infos zu den Bewohnern des Tierfreigeländes bekommt ihr direkt am Nationalparkzentrum. Extra-Tipp: Am besten kommt ihr am frühen Morgen oder bei Sonnenuntergang, wenn keine lärmenden Gruppen die scheuen Tiere vergrämen. Vor oder nach der Wanderung durch das Tierfreigelände könnt ihr den Baumwipfelpfad besuchen, der direkt gegenüber liegt.

Die Artenvielfalt im Bayerischen Wald entdecken

Ihr wollt lieber noch mehr wandern? Besonders malerisch sind die Steige des Felswandergebiets rund um die Kleine Kanzel (1011 m), dessen Bergmischwälder schon lange vor Gründung des Nationalparks nicht mehr angerührt wurden. Hier klopft ein seltener Weißrückenspecht, da flattert vor euren Augen ein Haselhuhn senkrecht in die Höhe. Von einem Aussichtsfelsen ist manchmal sogar die Alpenkette zu sehen. Den hölzernen Erlebniswanderweg Seelensteig säumen Holztafeln mit Zitaten bekannter Schriftsteller. Sie demonstrieren auf eindringliche Weise die Selbstheilungskräfte der Natur in einem schwer zugänglichen Bergmischwald in Bayern.

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