Teuflisch schön: Kletterwandern im Harz

Teufelsstieg, Harz

6.6 km
130 m
130 m

Highlights:

  • Anspruchsvolle Kletterpartie auf dem Teufelsstieg
  • Den Großvaterfelsen erklimmen
  • Wanderung durch einen verwunschenen Wald

Um die Teufelsmauer im Harz ranken sich viele Sagen: So soll der Teufel einst mit Gott abgemacht haben, dass ihm das Land gehöre, das er in einer Nacht mit einer Mauer umfrieden könne – so lange, bis der Hahn kräht. Doch er wurde frühzeitig gestört und riss in seinem Zorn die Mauer wieder ein. So entstand die Teufelsmauer. Wer dort einmal gewandert ist, versteht, warum die Bewohner des Harzes diesen Steinen solche Geschichten andichten: Die vielleicht außer­gewöhnlichste Felsformation des Harzes zieht sich wie eine Mauer von Blankenburg nach Ballenstedt.

Vom Wanderpfad zum Stieg

Es sieht anfangs gar nicht so spektakulär aus, wenn ihr das Tor mit der Aufschrift Teufelsmauer in Blankenburg durchschritten habt und dem Wegweiser gen Timmenrode folgt. Was an manchen Stellen von Spaß­vögeln zu »Timmendorfer Strand« gemacht wurde, rechtfertigt diese Bezeichnung: Der sandige Boden mit den duftenden Kiefern erinnert durchaus an Ostseegefilde. Schon bald fordert der Weg die gesamte Aufmerksamkeit, denn aus dem Wanderpfad wird plötzlich ein Stieg. Vorher vielleicht noch schnell den Großvaterfelsen erklimmen, eine Fels­nadel, die mit übereinandergehäuften Felsbrocken zum Klettern verlockt, um dann von der Spitze aus das grandiose Panorama zu bewundern.

Wandern mit Blick auf den Brocken in der Ferne

Nach dem Großvaterfelsen aber wird es holprig. Wer glaubt, dass dieser Teil Deutschlands nur eben kann, wird am Teufelsstieg eines Besseren belehrt: Der Weg verlangt dem Wanderer Geschicklichkeit ab, denn er führt über das Gestein des Kamms der Teufelsmauer. Die glattgeregneten Felsbrocken laden zum Picknicken ein – immer mit schönem Blick, mit Glück zeigt sich auch der Brocken in der Ferne wolkenfrei. Die Sandsteinfelsen der Teufelsmauer sind inzwischen zu Kunstwerken geworden, denn sie strotzen vor Namen und Liebesbekundungen, die Wanderer ins weiche Gestein geritzt haben.

Nach der konzentrierten Kletterpartie, bei der man wirklich gute Wanderschuhe braucht, führt der Teufelsstieg in einen verwunschenen Wald. Hier gibt es viel zu entdecken: Kaum ein Baum wächst gerade in den Himmel, knorrig winden sich die Stämme manchmal wie Schrauben in die Landschaft und sorgen für ein außergewöhnliches Landschaftsbild. Nach gut 3 km erreicht ihr den Höhepunkt der Wanderung: das Hamburger Wappen in Timmenrode. Es bildet nicht nur eine außergewöhnliche Felsformation, sondern hat auch noch eine fotogene Höhle in der Nähe. Der perfekte Platz für ein Picknick, bevor es wieder zurück nach Blankenburg geht.

Think green

Entlang der Teufelsmauer hat das besondere Klima eine einzigartige, schützenswerte Flora hervorgebracht: Dort wächst äußerst seltener Magerrasen mit Pflanzen wie Mädesüß, Wiesenhafer oder Steppensegge. Das Mikroklima hier ist sehr sonnig und trocken, weil die meisten Wolken sich am Brocken abregnen. Der Magerrasen wird heute vor drohender Verbuschung geschützt.

Seite teilen
Erlebt von

Andrea, Buchautorin und Reisebloggerin, wohnt zwischen Hannover und Hameln im nördlichen Weserbergland und liebt es, draußen unterwegs zu sein. Am besten mehrere Stunden täglich, egal,… Mehr erfahren

indigo-blau.de