Der Oderteich: Wanderung im Wasser-Reich

Oderteich, Torfhausmoor-Achtermannshöhe, Harz

Zuletzt aktualisiert: 1. Mai 2021

14.6 km
270 m
270 m
4,0h
Mittel
Mittelmäßig
Schlecht: Trittsicherheit erforderlich

Highlights:

  • Wandern am schönsten Badesee im Harz
  • Jause im Torfhaus, dem berühmtesten Ort des Harzes
  • Wanderung in Richtung Brocken

Der Harz hat viele Gesichter, manchmal mutet er an wie skandinavische Einsamkeit, manchmal wie die Ostsee. Der Oderteich als der wohl schönste Badesee des Harzes ist geprägt von einzigartigen Naturwundern. Los geht es am Parkplatz gegenüber des Oderteiches. Umweltbewusste nehmen den Bus in den Oberharz bis zur Haltestelle Oderteich und tauchen schon nach wenigen Metern in diese eigentümliche Landschaft ein. Die Sonne hat den warmen, ockerfarbenen Sandboden wohltuend erwärmt? Dieser bildet einen herr­lichen Kontrast zum dunkelblauen Oderteich. Er ist einer der vielen Stauseen des Harzes und wurde 1722 eingeweiht, um zuverlässig Wasser zum Antreiben der Räder der Bergwerke zu liefern. Heute sind die Bergwerke längst stillgelegt, dennoch wird das Wasser zur Stromerzeugung genutzt.

Rötlich gefärbtes Wasser in Niedersachsen

Über knorrige Fichtenwurzeln führt die Wanderung entlang des Ufers bis zum Zufluss der Rotenbeek. Dort biegt ihr ab. Malerisch schlängelt sich der Weg entlang des Flusses. Immer wieder rücken abgestorbene Fichtenwälder ins Sichtfeld, ein Zeugnis der Dürren und der Borkenkäferplagen. Ihr folgt den Schildern nach Torfhaus, dem wohl berühmtesten Ort des Harzes. Doch das Getümmel im Ort könnt ihr euch sparen. Es sei denn, ihr braucht eine Jause, dann lohnt sich der Umweg. Ansonsten geht es weiter Richtung Brocken, denn nun vereint sich euer Weg mit dem belieb­testen Brocken-Aufstieg. Während sich euer Pfad entlang des Baches windet, lohnt es sich, den Blick auf die Farbe des Wassers zu lenken. An manchen Stellen färbt es sich sogar rot, weil das Gestein so viele Mineralien auswäscht. Schon bald lauft ihr allerdings nicht mehr auf Steinen, sondern auf Holzbohlen: Sanft wiegen sich goldfarbene Gräser im Wind, Libellen fegen durch die Luft – ihr steht mitten im Hochmoor. Es gibt viel zu entdecken!

Rundweg zurück zum Oderteich

Es lohnt sich, auf einer Bank zu verweilen und die Natur zu genießen, bevor ihr den Weg fortsetzt. Ihr folgt nun nicht den Massen zum Brocken, sondern biegt ab Richtung Oderbrück, und wählt von dort aus den Rückweg zum Oderteich. Zielstrebigkeit lohnt sich nicht gleich, denn einen Ab­stecher zur Achtermannshöhe solltet ihr auf jeden Fall einlegen, einer schönen Felsformation nur etwas abseits eurer Route. Von dort geht es nach den gut 14 Wander-­Kilometern immer an Bächen entlang zurück zum Ausgangspunkt. Eine tolle Tour durch Niedersachsen, auch für Einsteiger!

Das sind unsere Tipps auf diesem Adventure

  • Oderteich

    Hier geht es los

  • Badebereich Westufer

    Der Oderteich wurde zwischen 1715 und 1722 errichtet. Zusammen mit dem Rehberger Graben versorgte er einst die Sankt Andreasberger Bergwerke mit Wasser, so dass auch bei Trockenheit immer genug Aufschlagwasser für den Betrieb der so genannten „Künste“ zur Verfügung stand. Heute gehört der Oderteich zum UNESCO Weltkulturerbe Oberharzer Wasserwirtschaft. Noch immer wird sein Wasser zur Stromerzeugung für Sankt Andreasberg genutzt. Neben dem Rundwanderweg bietet sich hier auch die Möglichkeit, in den ausgewiesenen Bereichen am Ost- und Westufer zu baden.

  • Waldgaststätte Rinderstall

    Romantischer Gasthof in autofreier Lage serviert Harzer Küche, Wanderkost und Kuchen am holzbefeuerten Kamin.
    Serviceoptionen: Speisen vor Ort · Zum Mitnehmen · Kein Lieferdienst
    Adresse: Rinderstall 1, 37444 St. Andreasberg
    Telefon: 05582 740

Think green

Im Nationalparkhaus TorfHaus könnt ihr euch auch über den Borkenkäfer informieren, der im Harz unzählige abgestorbene Fichten auf dem Gewissen hat. Wie der Nationalpark damit umgeht, und warum das Totholz gar nicht so tot ist, wie es aussieht, erfahrt ihr bei der Führung »Unterwegs mit Boris Borkenkäfer«.

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Andrea, Buchautorin und Reisebloggerin, wohnt zwischen Hannover und Hameln im nördlichen Weserbergland und liebt es, draußen unterwegs zu sein. Am besten mehrere Stunden täglich, egal,… Mehr erfahren

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