Hängebrücke Inzigkofen: Radtour durchs Donautal

Donautal

Zuletzt aktualisiert: 27. Mai 2022

27 km
2,0h
Einfach

Highlights:

  • Naturpark Obere Donau mit Juragestein
  • Besuch von Ölmühle und Hofladen der “Ölfreunde”
  • Hängebrücke Inzigkofen im Fürstlichen Park

Wart ihr schon mal im Donautal? Falls nicht, wird es höchste Zeit! Zwischen Beuron und Sigmaringen gelegen, zieht sich das wunderschöne Donautal durch die beschauliche Natur Oberschwabens. Sattgrüne Wiesenlandschaften, barocke Kirchen und prächtige Klosteranlagen: All das findet ihr im Donautal. Hier erwarten euch außerdem zahlreiche Felsformationen, Burgruinen, Schlösser – und natürlich die plätschernde Donau. Eure Radtour führt euch auf Teilen des Donau-Zollernalb-Rundwanderwegs von Beuron bis in den Fürstlichen Park Inzigkofen, wo sich das Highlight eurer Tour befindet: Die Hängebrücke Inzigkofen. Sie wurde 2019 eröffnet und zieht seitdem Tausende von Besuchern an. Nicht ohne Grund, wie ihr bei eurer Radtour feststellen werdet. 

Radtour zur Hängebrücke Inzigkofen: Start in Beuron

Kloster Beuron, Donautal, Baden-Württemberg
pixabay Am Kloster Beuron startet eure Radtour durch die Natur Oberschwabens.

In der kleinen baden-württembergischen Gemeinde Beuron startet eure Radtour durchs Donautal. Genauer gesagt am Kloster Beuron, das zugleich die erste Sehenswürdigkeit des Tages ist. Im Jahr 1077 gegründet, diente es zunächst als Augustiner Chorherrenstift, bis es im 19. Jahrhundert zum Benediktinerkloster wurde. Heute leben hier etwa 40 Mönche, die regelmäßig Seminare geben und Veranstaltungen planen, um Besuchern ein lehrreiches Erlebnis anzubieten. 

Der Naturpark Obere Donau

Radtour zur Hängebrücke Inzigkofen, Jurasteine, Naturpark Obere Donau
Adobe Stock Besonders beeindruckend sind die Kalkfelsen aus dem Jura-Zeitalter.

Steigt nun auf eure Drahtesel und radelt direkt zur Donau, denn euer Radweg führt euch stets an ihr entlang. Ihr seid bereits im Naturpark Obere Donau. Sicher bemerkt ihr, dass sich das Landschaftsbild gleich etwas ändert: Jetzt begegnen euch zahlreiche Kalkfelsen, von weißem Gestein über weißgelbe bis hellgraue Felsen. Diese Kalkfelsen habe eine besondere Geschichte: Sie stammen aus dem Jura-Zeitalter vor ungefähr 160 Millionen Jahren. Damals waren es Schwammriffe, heute Felsen, an denen sich die plätschernde Donau vorbei schlängelt. Es ist ein faszinierender Ausblick, der sich euch im Naturpark Obere Donau bietet. Im Süden Baden-Württembergs gelegen, umfasst dieses Gebiet fast 1500 Quadratkilometer und zieht sich über das Durchbruchtal der Donau. 

Aussichtspunkte auf dem Weg zur Hängebrücke Inzigkofen

Aussicht aufs Donautal, Radtour zur Hängebrücke Inzigkofen
Adobe Stock Etliche Felsen laden dazu ein, erklimmt zu werden – inklusive Ausblick aufs Donautal.

Nicht nur faszinierende Kalkgesteine ziehen euch in ihren Bann; der Radweg ist auch voller hübscher Brücken, die die Donau überspannen und schon einen kleinen Vorgeschmack auf die Hängebrücke in Inzigkofen geben. Hier und da wechselt ihr das Donauufer, um zu Sehenswürdigkeiten auf der anderen Seite zu gelangen. Außerdem säumen zahlreiche Felsen wie der Bandfelsen und der Bischofsfelsen euren Weg. Die meisten davon sind fantastisch als Aussichtspunkte geeignet. Vom Altstadtfelsen aus habt ihr einen grandiosen Ausblick über die Donauschlinge. Allerdings müsst ihr mehr Zeit einplanen, wenn ihr sie erklimmen und das Panorama genießen wollt – das ist es aber wert. 

Radtour durchs Donautal: Die Mauruskapelle

Mauruskapelle im Donautal
Adobe Stock Einen Abstecher wert ist auch die hübsche Mauruskapelle.

Auf eurem nächsten Abschnitt kommt ihr an der Mauruskapelle vorbei. Steigt hier gerne vom Fahrrad ab und begutachtet das Bauwerk. Zunächst etwas unscheinbar, ist die kleine Kapelle doch eine nähere Betrachtung wert. Sie fügt sich optimal ins pittoreske Landschaftsbild ein und verleiht dem Donautal sogar noch mehr Charme. Die Mauruskapelle gehört geografisch gesehen zum Weiler St. Maurus, wird jedoch der Kunstschule Beurons zugerechnet. Im 19. Jahrhundert vergab die damalige Fürstin Katharina von Hohenzollern-Sigmaringen den Planungs- und Bauauftrag an Desiderius Lenz, der dieses hübsche Kunstwerk schuf.

Wildensteiner Burg Hexenturm

Ein paar hundert Meter weiter überquert ihr den Donausteg, eine Fußgänger- und Fahrradbrücke, um auf der südlichen Donauseite weiter zu radeln. Schon bald kommt die Wildensteiner Burg “Hexenturm” in Sicht, eine Doppelburgruine aus der Zeit des Hochmittelalters.

Ihr könnt die Burg leider nicht besichtigen; sie thront auf einem fast 800 Meter hohen und sehr steilen, unzugänglichen Felsen. Ohnehin ist von der ehemaligen Burg nicht mehr viel übrig: Nur geringe Reste des ursprünglichen Kernmauerwerks sind von der Oberen Burg noch erhalten, von der Unteren Burg nur Reste einer Abschlussmauer sowie ein Felsschacht. Dennoch bietet die Ruine ein eindrucksvolles Bild dar, wie sie majestätisch und erhaben auf ihrem Felszahn steht. 

Schloss Werenwag und Ruinen

Schloss Werenwag, Radtour zur Hängebrücke Inzigkofen
Adobe Stock Schloss Werenwag thront majestätisch über dem Donautal.

Weiter geht es auf sattgrünen Wiesen entlang der Donau. Bald schon taucht Schloss Werenwag über euch auf: Auf einem Felssporn bei Langenbrunn stehend, seht ihr es bereits aus einiger Entfernung. Auch hier gibt es leider keine Besichtigungsmöglichkeiten, denn das Schloss ist im Privatbesitz der Familie Fürstenberg und bewohnt. 

Ihr seid nun auf dem Weg nach Inzigkofen. Nicht nur die Donau, sondern auch verschiedene Felsformationen und Ruinen säumen und prägen diesen Abschnitt eurer Radtour. Ihr kommt zum Beispiel an der Ruine Schloss Hausen im Tal vorbei, die zwar frei zugänglich ist, aber etwa 200 Meter über der Donau thront. Einen Abstecher ist sie definitiv wert, das gilt aber auch für die Burgruine Falkenstein, die euch als Nächstes begegnet. Sie ist wie Schloss Werenwag im Privatbesitz des Fürstenberg-Adelshauses. 

Burgruine Falkenstein

Die Ruine Falkenstein befindet sich auf einem Sockel an der Felskante zum Donautal; auch hier müsst ihr einige Höhenmeter zurückzulegen, um sie von Nahem zu bestaunen. Sie ist die besterhaltene und zugleich die größte der mittelalterlichen Festungsanlagen im Naturpark Obere Donau. Sie besteht aus Ober- und Unterfalkenstein. Von beiden Ruinen aus habt ihr einen beeindrucken Ausblick ins unter euch liegende Donautal, in das ihr gleich wieder hinabsteigt, um eure Radtour fortzusetzen. 

Regionale und nachhaltige Lebensmittel: Die Ölfreunde

Die Ölfreunde, Donautal, Öl pressen
Die Ölfreunde Paul bei der Herstellung von Speiseöl

Auf dem weiteren Verlauf eurer Radtour gelangt ihr zum Hofladen und zur Ölmühle der “Ölfreunde”. Die Ölfreunde sind ein Familienunternehmen, das vom Jugendlichen Paul ins Leben gerufen wurde. Seine Eltern und weitere Familienmitglieder arbeiten ebenfalls hier. Sie alle haben eine gemeinsame Vision: natürliche und regionale Lebensmittel im Hofladen verkaufen und Speiseöl in der eigenen Ölmühle kredenzen. Die Ölfreunde achten auf umweltschonende und nachhaltige Verfahren, von regionalen Saaten über biologisch abbaubare Verpackungen bis hin zur Verwertung der entstehenden Nebenprodukte. Außerdem arbeitet Paul nur mit regionalen Anbietern und Unternehmen zusammen, um den ökologischen Fußabdruck möglichst gering zu halten. Auch Produkte aus den umliegenden Orten wie Sigmaringen oder dem Heuberg werden hier verkauft. Heißt: Hier könnt ihr ohne schlechtes Gewissen einkaufen. 

Der letzte Abschnitt zur Hängebrücke Inzigkofen

Seid ihr mittlerweile hungrig? Dann wartet das Restaurant Donauperle auf euch. Es liegt am Radweg auf der Südseite der Donau, etwa 300 Meter entfernt vom Fluss. Hier bekommt ihr regionale Gerichte, während ihr euch für den letzten Abschnitt der Radtour wappnet.

Fürstlicher Park Inzigkofen, Hängebrücke Inzigkofen
Adobe Stock Der Fürstliche Park Inzigkofen ist eine prächtige Erholungsoase.

Dieser führt euch nach Inzigkofen, in den Fürstlichen Park. Früher war das Parkgelände nur für die Fürstenfamilie vorbehalten. Bis ins Jahr 1829 wurde der sogenannte Vordere Park im Süden der Donau nach dem Vorbild französisch-napoleonischer Landschaftsgärten gestaltet; in den 1840er Jahren folgte die Eremitage nördlich der Donau. Im 19. Jahrhundert zog die Fürstenfamilie infolge der Revolution vorübergehend weg, sodass sich die Funktion des Parkgeländes änderte: Nun durften auch gewöhnliche Bürger den Fürstlichen Park Inzigkofens als Entspannungs- und Ruheoase nutzen. 

Heute gilt der Park mit seinen hübschen Spazierwegen, den bezaubernden Uferauen, Schluchten und Anhöhen immer noch als Erholungsgebiet. Auf zahlreichen Wegen findet ihr hübsche Rondelle, die zum Rasten einladen.

Teufelsbrücke, Höll und Amalienfelsen

Teufelsbrücke, Inzigkofen
pixabay Eine der zahlreichen Attraktionen im Park: Die Teufelsbrücke.

Der Fürstliche Park Inzigkofen hält verschiedene Sehenswürdigkeiten bereit. Die bekannteste ist die Teufelsbrücke. Schon in den 1820er Jahren wurde sie als Holzsteg erbaut, 1895 dann durch eine Betonkonstruktion ersetzt. Die Teufelsbrücke ist knapp 22 Meter lang und führt euch über die wildromantische, fast 20 Meter tiefe Höllschlucht – das solltet ihr euch keinesfalls entgehen lassen. 

Hängebrücke Inzigkofen, Amalienfelsen
pixabay Von der Hängebrücke Inzigkofen aus bietet sich ein toller Ausblick auf den Amalienfelsen.

Zusammen mit dem fast 30 Meter hohen Amalienfelsen, einem weiteren Zeugnis der Jurazeit, sind Höll und Teufelsbrücke ein Touristenmagnet der Extraklasse. Sie befinden sich gegenüber voneinander und schaffen ein atemberaubendes Ensemble. 

Die Hängebrücke Inzigkofen

Hängebrücke Inzigkofen im Donautal
Adobe Stock Konstruiert wie ein Spinnennetz: Die Hängebrücke Inzigkofen.

2019 kam ein neues Highlight hinzu: Die Hängebrücke in Inzigkofen. Sie führt vom südlichen Teil des Parks in die Eremitage des Nordens. Spinnennetzartig konstruiert, schwingt sie beim Gehen immer ein wenig mit. Das macht sie auch zum Riesenspaß für Kinder: Auf der Brücke lässt es sich prima hüpfen, da sie bei jeder Bewegung etwas wackelt. 

Die Hängebrücke in Inzigkofen wurde in kurzer Zeit schon zur neuen Hauptattraktion des Parks. Kein Wunder: Den Ausblick auf Amalienfelsen, Donau, Teufelsbrücke und Höll bekommt ihr inklusive. Von keinem anderen Ort im Fürstlichen Park aus habt ihr ein besseres Panorama. Nehmt euch hier etwas Zeit, um die wunderschöne Umgebung aufzusaugen und zu genießen. 

Hängebrücke Inzigkofen, Donautal, Fürstlicher Park
Adobe Stock Die Hängebrücke in Inzigkofen verbindet den südlichen Teil des Parks mit der nördlichen Eremitage.

Ausklang eurer Radtour

Zurück nach Beuron geht es für euch entweder auf der gleichen Strecke mit dem Fahrrad oder mit dem Bus und dem Regionalexpress. 

Alternativ könnt ihr auch weiter nach Sigmaringen radeln; nur knapp vier Kilometer sind es bis dahin. Das Hohenzollernschloss Sigmaringen ist eine der meistbesuchten Sehenswürdigkeiten der Region. Es erhebt sich in seiner wunderschönen Pracht über die Stadt. Früher diente es als Residenzschloss der Fürsten von Hohenzollern-Sigmaringen. Heute werden hier Führungen angeboten, bei denen ihr Wissenswertes über die Welt des Adels erfahrt und in die Geschichte des Schlosses eintaucht. 

Schloss Sigmaringen, Oberschwaben
Adobe Stock Schloss Sigmaringen thront über der Stadt und wird euch sicher in seinen Bann ziehen.

Auch die Altstadt lohnt einen Abstecher: malerische Gassen, kleine Boutiquen und Cafés, die zum Flanieren und zum Schlemmen einladen, und historische Gebäude machen den Charme Sigmaringens aus. Wie wäre es mit einem erfrischenden Getränk, bei dem ihr eure Tagestour Revue passieren lassen könnt? In Sigmaringen geht das prima mit Blick auf das über euch thronende Hohenzollernschloss. 

Das sind unsere Tipps auf diesem Adventure

  • Kloster Beuron

    Das Kloster Beuron ist zugleich Startpunkt eurer Radtour und Sehenswürdigkeit. Es wurde bereits im Jahr 1077 gegründet; heute leben etwa 40 Mönche hier.

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  • Naturpark Obere Donau

    Der Naturpark Donau wurde 1980 gegründet und hat eine Fläche von fast 1500 Quadratkilometern. Er umfasst große Teile der Gebiete Sigmaringen, Tuttlingen, Zollernalb und Biberach. Hier findet ihr Kalksteine aus dem Jura-Zeitalter.

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  • Mauruskapelle

    Der Bau der Mauruskapelle wurde im 19. Jahrhundert durch die Fürstin Katharina von Hohenzollern-Sigmaringen in Auftrag gegeben. Desiderius Lenz war der ausführende Architekt.

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  • Wildensteiner Burg Hexenturm

    hochmittelalterliche Doppelburgruine, von der nur Ruinen erhalten sind. Sie steht auf einem nicht zugänglichen, 770 Meter hohen Felszahn.

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  • Hofladen und Ölmühle “Die Ölfreunde”

    Ein Familienunternehmen, das auf regionale Produkte setzt und Nachhaltigkeit zu seiner Prämisse macht. Hier könnt ihr lokale Lebensmittel und Öl aus der hauseigenen Mühle kaufen.

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  • Restaurant Donauperle

    Restaurant direkt am Radweg, 300 Meter von der Donau entfernt. Hier bekommt ihr köstliche Speisen mit regionalen Zutaten.

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  • Teufelsbrücke

    Die Teufelsbrücke im Fürstlichen Park Inzigkofen ist 21,5 Meter lang und überspannt die 19,5 Meter tiefe Höll-Schlucht. Sie wurde bereits in den 1820er Jahren als Holzsteg gebaut; Ende des 19. Jahrhunderts wurde dann eine Betonkonstruktion geschaffen. Die Teufelsbrücke ist ein wahrer Publikumsmagnet.

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  • Amalienfelsen

    Dieser 29 Meter hohe Felsen hat seinen Namen der Fürstin Amalie Zephyrine von Hohenzollern zu verdanken. Der Amalienfels ist ein Kalkfelsen aus der Weißjurazeit.

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  • Hängebrücke Inzigkofen

    Die Hängebrücke in Inzigkofen ist 2019 eröffnet worden. Sie wurde als Spinnennetz konstruiert und führt vom südlichen Teil des Parks zur nördlichen Eremitage. Von ihr aus habt ihr einen atemberaubenden Ausblick auf Amalienfelsen und Teufelsbrücke.

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  • Hohenzollernschloss Sigmaringen

    Im Mittelalter entstand die ursprüngliche Burganlage. Das Schloss diente den Fürsten von Hohenzollern-Sigmaringen als Residenz und als Verwaltungssitz. Es ist weit über die Grenzen Baden-Württembergs hinaus bekannt und thront majestätisch über der Stadt Sigmaringen.

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Think green

Auf eurem Weg kreuzt ihr verschiedene Naturschutzgebiete: Das Natura 2000-Gebiet “Oberes Donautal”, das Fauna-Flora-Habitat-Gebiet “Oberes Donautal zwischen Beuron und Sigmaringen”, das Vogelschutzgebiet “Südwestalb und Oberes Donautal” und das Naturschutzgebiet Stiegelesfelsen. Lasst die Natur bitte so zurück, wie ihr sie vorgefunden habt.

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