Die Atta-Höhle: Reise in die Unterwelt

Highlights:

  • Das größte zusammenhängende Höhlensystem Deutschlands
  • Bizarr geformte Stalaktiten und Stalagmiten
  • Unterirdische Seen

Wie unterscheidet man Stalaktiten von Stalagmiten? Da hilft eine Eselsbrücke: Stellt euch das »t« in StalakTiten als Großbuchstaben vor, und schon wisst ihr, dass diese Tropfsteine von der Decke herabhängen, während die StalagMiten vom Boden in die Höhe ragen. Jedes Jahr wachsen die wundersamen Formationen um etwa einen Millimeter. Das alles und noch viel mehr erzählt der Führer, der euch durch die unterirdische Wunderwelt der sauerländischen Atta-Höhle unweit der alten Hansestadt Attendorn geleitet. Er bittet auch darum, die Tropfsteine keinesfalls zu berühren: Das Fett der Haut verhindert die Ablagerung von Kalk und somit das Wachstum.

Gesundheitsgrotte in der Atta-Höhle

Nur noch die Schritte hallen, und stetig gluckst und tropft das Wasser, seit etwa 400 Millionen Jahren schon, als sich Kalkgebirge in den Korallenriffzonen des devonischen Meeres bildeten. Jahraus, jahrein ist es hier neun Grad kühl, und die Luft ist sauberer als im Hochgebirge oder an der See, völlig staub-, keim-, allergen- und ozonfrei, mit einer Feuchtigkeit von 95 Prozent. Also hat man in der Atta-Höhle eine »Gesundheitsgrotte« eingerichtet: Speläotherapie, eine Sonderform der Klimatherapie, ist bei Asthmatiker und Allergiker im Kommen, aber auch bei stressgeplagten Manager.

Das Farbenspiel in der Atta-Höhle erleben

Steinbrucharbeiter der Biggetaler Kalkwerke legten 1907 durch eine Sprengung die wunderschöne Tropfsteinhöhle frei. Jährlich bestaunen an die 350.000 Besucher das ausgedehnteste zusammenhängende Höhlensystem Deutschlands, dessen größter, erst 1986 entdeckter Teil noch kaum erforscht ist. Über 5.000 Meter soll er lang sein. Was ihr auf dem 560 Meter langen Führungsweg hinein in das Höhlenlabyrinth entdeckt, ist atemberaubend genug: bis zu vier Meter lange, kunstvoll gewachsene Stalagmiten und Stalaktiten, steinerne Faltenwürfe, das Farbenspiel der Minerale und dazwischen kleine Seen mit glasklarem Wasser. Die bizarren Felsformationen beflügeln die Fantasie: Die Alhambra-Halle erinnert tatsächlich an die Maurenburg in Andalusien, und die Tropfsteine in der Orgelgrotte sehen aus wie Pfeifen. Ein Besuch der Höhle ist ein tolles Abenteuer – auch für Kinder.

Spannende Ausflugsziele rund um die Atta-Höhle

Doch auch oberirdisch hat die Region einiges zu bieten. Die Attendorner Höhle liegt mitten im Freizeit- und Erholungsgebiet südliches Sauerland. Wenige Kilometer südlich von Attendorn tummeln sich Wassersportler auf der Biggetalsperre, dem größten Stausee in ganz Nordrhein-Westfalen. In Attendorn selbst sind der »Sauerländer Dom« St. Johannes Baptist mit Barockausstattung, das gotische Alte Rathaus und die hoch über der Stadt thronende Burg Schnellenberg sehenswert. Sie wurde im 13. Jahrhundert errichtet und im 16. Jahrhundert im Renaissancestil ausgebaut, heute dient sie als Hotel. Von hier lasst ihr den Blick über die abwechslungsreiche Natur und ihre sattgrüne Hügellandschaft schweifen. Kaum vorstellbar, dass hier vor Millionen von Jahren ein tropisch-warmes Meer die Zauberwelt der Atta-Höhle schuf.

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