Blockland Bremen: Radtour im Marschland

Bremen

Zuletzt aktualisiert: 22. April 2022

27 km
1,8h
Einfach
Gut
Gut: Befestigte Wege

Highlights:

  • Beobachtung von Wasservögeln am idyllischen Kuhgrabensee
  • selbstgemachtes Bio-Speiseeis im Eiscafé Kaemena schlemmen
  • Landwirtschaft kennenlernen auf dem Hof Bavendamm
  • den Schnoor in Bremen entlang schlendern

Der hanseatische Stadtstaat Bremen ist bekannt für seine traumhaft schönen Viertel wie den Schnoor, Grünflächen wie den Bürgerpark und zahlreiche Sehenswürdigkeiten in der historischen Altstadt. Bei Einheimischen beliebt, aber unter Touristen noch ein Geheimtipp ist das Blockland Bremen. Dieser Stadtteil wimmelt von weitläufigen Wiesenlandschaften, Teichen und einer beeindruckenden Flora und Fauna. Die perfekte Umgebung für eine entspannte Radtour also. 

Das macht das Blockland Bremen so einzigartig

Rund 400 Menschen und 1700 Kühe leben im Blockland Bremen. Hier lässt es sich weitgehend ohne Verkehrslärm radeln, da die Straßen nur von Anliegern befahren werden dürfen. Das Blockland wirkt wie ein Dorf, in dem die Natur noch ursprünglich ist und die Landschaft unberührt scheint. Seltene Tier- und Pflanzenarten finden im 30 Quadratkilometer großen Marschland Schutz. Die 27 Kilometer lange Radtour durchs Bremer Blockland hält neben ursprünglicher Natur auch wundervolle historische Fachwerkhäuser und hübsche Kleingärten bereit. Höchste Zeit also, euren Drahtesel zu schnappen und euch hier genauer umzuschauen!

Radtour durchs Blockland Bremen: Startpunkt in der City

Bürgerpark Bremen, Frühling
Adobe Stock Eure Radtour führt euch gleich zu Beginn durch den wunderschönen Bürgerpark.

Eure Radtour startet am Bremer Hauptbahnhof, von wo aus ihr Richtung Bürgerpark radelt. Der bereits 1866 gegründete Bürgerpark ist unter den Bremern ein beliebter Ort zum Entspannen. Hier gibt es weitläufige Grünflächen sowie zahlreiche Gewässer und Denkmäler. Ihr durchquert ihn eine ganze Weile, immer geradeaus der Beschilderung folgend. Im Park gibt es auch einen Wissens- und Naturlehrpfad; wenn ihr mit Kindern unterwegs seid, ist dieser einen Abstecher wert. Nach der Fahrt durch den Bürgerpark kommt ihr am Wissenschaftsstandort Bremen, inklusive Universität, vorbei. Das merkt ihr am berühmten Fallturm, der schon von Weitem sichtbar ist und an einen Bleistift erinnert. Mit einer Höhe von 146 Metern ragt er über die umliegenden Gebäude auf; er gilt als Wahrzeichen des Wissenschaftsstandorts Bremen. Hier werden regelmäßig Experimente zur Schwerelosigkeit durchgeführt.

Bremer Fallturm Zentrum für angewandte Raumfahrttechnologie
Adobe Stock Der Fallturm wird euch schon von Weitem auffallen.

Kurzer Stopp im Universum Bremen

In der Nähe findet ihr das Universum, ein interaktives Wissenschaftsmuseum für Groß und Klein. Wenn ihr viel Zeit mitbringt, stattet dem Universum einen Besuch ab. Über 300 Exponate verschiedener Themengebiete warten darauf, von euch bestaunt zu werden. Es ist nicht nötig, sich besonders gut mit Wissenschaft auszukennen: Im Universum werdet ihr spielerisch und niedrigschwellig an komplexe Wissensfragen herangeführt. 

Nach dem Besuch des Universums geht es wieder aufs Rad und weiter geradeaus. Überquert die Autobahn und schon seid ihr im Marschgebiet des Blocklands: Eine völlig neue Welt tut sich vor euch auf.

Blockland Bremen: Die Geschichte

Blockland Bremen, Reethäuser
Adobe Stock Im Bremer Blockland begegnen euch einige reetgedeckte Fachwerkhäuser.

Die Geschichte des idyllischen, weitläufigen Blocklands reicht bis weit ins Mittelalter zurück. Damals, vor ungefähr 900 Jahren, gehörte es freien Siedlern. Sie verhinderten mit Hilfe von Wasserbautechnik wie Deichen eine Überschwemmung ihres Landes. Die Wümme, welche am Rande des Blocklands die Bremer Landesgrenze bildet, ist heute wie damals dem Einfluss der Gezeiten ausgesetzt. Mit Deichen, Sielen und Gräben schafften die Siedler es, sie größtenteils in Schach zu halten. Nicht immer gelang dies einwandfrei: Hier und da begegnen euch im Bremer Blockland Teiche, die durch Deichbrüche entstanden sind und heute zum Landschaftsbild gehören. 

Vögel beobachten am Kuhgrabensee

Kurz nach der Überfahrt ins Blockland erreicht ihr den Kuhgrabensee. Dank seiner großen Bedeutung für die Artenvielfalt ist die umliegende Gegend als Naturschutzgebiet ausgewiesen. Am Kuhgrabensee gibt es eine Sichthütte, die den perfekten Ausblick auf den See und seine Wasservögel verspricht. Im Herbst lassen sich hier zahlreiche Rastvögel auf der Wasseroberfläche bestaunen, zum Beispiel Kanadagänse, Pfeifenten und Kormorane – ein wahres Naturspektakel. Der See entstand 1970 bis 1972 beim Bau der anliegenden Autobahn. Der anschließende Kuhgraben diente im Mittelalter sowohl zur Entwässerung als auch zum Transport von Torf.

Das Herz des Blocklands: Der Wümmedeich

Blockland Bremen, Wümmedeich, Gastronomie
Adobe Stock Auf dem Wümmedeich tummeln sich Cafés, Restaurants und Biergärten.

Ihr radelt geradewegs am Kuhgraben entlang, bis ihr zur Wümme und zum Deich kommt. Die Wümme ist gleichzeitig die Grenze zwischen Bremen und Niedersachsen und schlängelt sich durch die Wiesen des Naturschutzgebietes “Untere Wümme”. Den Fluss zu eurer Rechten, fahrt ihr den Deich entlang; hier warten zahlreiche Cafés, Gaststätten und Biergärten auf euch. Die perfekte Möglichkeit, um eine Mittagspause einzulegen. Wonach euer Herz auch begehrt, auf dem Wümmedeich fehlt es an nichts: Je nach Saison werden hier unter anderem die Bremer Traditionsspeise Knipp, Spargel, Butterkuchen und Grünkohl mit Pinkel angeboten. 

Blockland Bremen, Wümmedeich
Adobe Stock Der Wümmedeich ist das Herzstück des Blocklands.

Selbstgemachtes Eis vom Biohof schlemmen

Besonders beliebt ist das selbstgemachte Bio-Speiseeis der Familie Kaemena. Sie besitzt einen Biohof mit Eiscafé, der im Frühling und Sommer scharenweise von Bremern und Touristen besucht wird. Das Eis kommt ohne Konservierungsstoffe und Chemie daher; stattdessen setzen die Kaemenas auf regionale Bio-Produkte. Bei Lust und Laune könnt ihr euch auf dem Biohof umschauen. Ferienwohnungen gibt es hier ebenfalls, falls ihr es euch im Blockland länger gemütlich machen wollt.

Über den gesamten Wümmedeich verteilt, stellen zahlreiche Landwirte ihre Produkte an kleinen Ständen aus und laden zur Verkostung ein. Kein Wunder also, dass der Wümmedeich weithin als Herzstück des Blocklands bekannt ist. 

Blockland Bremen: Beeindruckende Artenvielfalt

Habt ihr genug Ruhe getankt und eure Energiespeicher aufgefüllt? Nach dem Wümmedeich geht es für euch wieder durch weitläufige Wiesenlandschaften. In der Ferne seht ihr die Sankt-Jürgens-Kirche aus dem 12. Jahrhundert. Sie befindet sich im niedersächsischen Ort Lilienthal, ist aber vom Blockland aus gut erkennbar. Immer der Beschilderung folgend gelangt ihr zum Hof Bavendamm. 

Rund um diesen beschaulichen Biohof wird die Artenvielfalt des Blocklands deutlich. Mit Glück lassen sich seltene Wiesenvögel wie Kiebitze, Uferschnepfen und Rotschenkel erhaschen. Aber auch seltene Fische, beispielsweise Bitterlinge, Steinbeißer und Schlammpeitzger, sind in dieser Gegend nicht ungewöhnlich. In den Kleinstgewässern des Blocklands leben Moorfrösche und weitere Amphibien.

Blockland Bremen Frühling
Adobe Stock Im Frühling begrüßt euch das Blockland unter anderem mit zahlreichen Krokussen.

Biohof Bavendamm: Landwirtschaft und Umweltschutz

Der Biohof Bavendamm hat es sich zusammen mit dem BUND Bremen zur Aufgabe gemacht, die Artenvielfalt zu stärken. Er steht für naturschonende Bewirtschaftung, also eine enge Verzahnung von ökologischer Landwirtschaft und Naturschutz. Auf Hof Bavendamm leben ungefähr 70 Kühe; Milch und Fleisch werden in Bio-Qualität produziert. Wenn ihr schon immer einmal sehen wolltet, wie Bio-Landwirtschaft funktioniert, ist das eure Chance. Es gibt verschiedene Veranstaltungen für die ganze Familie, bei denen euch der Hof vorgestellt wird. Im Sommer werden im Hofcafé selbstgebackene Kuchen und Kaffee serviert. 

Ein Highlight im Winter: Die Semkenfahrt

Nun geht es vorbei an hübschen Schrebergärten und der alten Torfkahnstrecke. Gleich tut sich einer der Hauptgräben des Blocklands vor euch auf, die Semkenfahrt. Die umliegende Wiese gilt als eine der Hauptattraktionen im Winter. Der Bremer Eisverein flutet sie jährlich, und voilà: Bei den richtigen Temperaturen entsteht eine drei Meter lange Eislaufbahn. Wenn es kalt genug ist, gesellt sich hier eine ganze Schar an Groß und Klein, um die Schlittschuhe anzuziehen und loszuschlittern.

Findorff: Spannendes Viertel mit Torfhafen

Nach der Semkenfahrt verlasst ihr das Blockland und radelt wieder Richtung Innenstadt. Es geht zunächst durch den Stadtteil Findorff, ein lebhaftes Bremer Viertel mit zahlreichen Bars, Restaurants und Cafés. Hier könnt ihr einkehren oder die Radtour in einer Bar ausklingen lassen; nicht umsonst ist dieser Stadtteil so beliebt bei Studierenden. 

Unser Tipp: Macht einen Stopp am Torfhafen. Hier werden von April bis Oktober Torfkahnfahrten angeboten, inklusive spannender Fakten über die Historie Bremens. Früher brachten die Torfschiffer mit dem Kahn Brennmaterial von Worpswede nach Bremen. Die heutigen Kähne sind keine Originale, den historischen aber nachempfunden. Mit einem Schiffer, der euch Wissenswertes über die Torfkahnfahrt erzählt, fahrt ihr bis ins Teufelsmoor nach Worpswede. Geschichte und wunderschöne Natur vereinen sich zu einem tollen Erlebnis. Falls ihr für heute genug vom Blockland gesehen habt, merkt euch die Torfkahnfahrt fürs nächste Wochenende oder für euren nächsten Bremen-Besuch.

Zurück in Bremen: So lasst ihr den Tag perfekt ausklingen

Schnoor in Bremen
Adobe Stock Der Schnoor ist das älteste Viertel Bremens und definitiv einen Besuch wert.

Nun geht es für euch zurück ins Zentrum Bremens. Hier gibt es zahlreiche spannende Sehenswürdigkeiten, vom Marktplatz mit Dom, Stadtmusikanten, Rathaus und Rolandsfigur über die Weserpromenade Schlachte bis hin zur Böttcherstraße. Besonders empfohlen sei euch der Schnoor, Bremens ältestes Viertel. Hier findet ihr euch in engen, verwinkelten Gassen mit Häusern aus dem Mittelalter wieder. Der Schnoor war früher ein Viertel der Schiffer und Fischer; heute reihen sich hier kleine Läden, Cafés, Handwerksbetriebe und Restaurants aneinander und geben ein pittoreskes Gesamtbild ab. Im Schnoor fühlt ihr euch wie in einer anderen Welt. Nicht umsonst ist es ein beliebtes Fotomotiv und über Norddeutschland hinaus bekannt. 

Der Klassiker: Marktplatz in Bremen

Marktplatz Bremen, Dom und Rathaus
Adobe Stock Der Marktplatz in Bremen mit Rathaus und Dom

Wenn ihr Lust habt, schaut euch danach Bremens Marktplatz an. Hier befinden sich gleich vier Sehenswürdigkeiten. Der Dom ragt mit seinen 90 Meter hohen Türmen über euch auf und bietet einen atemberaubenden Ausblick auf die Hansestadt. Nicht zu vergessen ist die Statue der Bremer Stadtmusikanten aus dem Jahr 1953. Wundert euch nicht darüber, dass zahlreiche Touristen den Esel begrüßen: Es wird gemunkelt, wer beide Vorderhufe des Esels berührt, wird besonderes Glück haben.

Am Marktplatz wartet auch das Rathaus auf euch, ein ursprünglich gotisches Bauwerk, das zwischen 1405 und 1410 errichtet wurde, dessen Fassade aber im 17. Jahrhundert im Stil der Weserrenaissance erneuert wurde. 

Die Rolandsfigur

Auch der mehr als 10 Meter hohe Held des mittelalterlichen Rolandsliedes wurde im 15. Jahrhundert erbaut. In zahlreichen deutschen Städten gibt es Rolandsfiguren, aber die Bremer Statue wurde von der UNESCO offiziell als “schönste Rolandsfigur” bezeichnet. Es lohnt sich also, einen Blick auf ihn zu werfen. 

Zum Abschluss des Tages bietet sich ein Abstecher zur Schlachte an. An der Weserpromenade lässt es sich perfekt schlendern oder eines der zahlreichen Cafés oder Restaurants besuchen.

Das sind unsere Tipps auf diesem Adventure

  • Bürgerpark Bremen

    Der Bürgerpark Bremen ist 200 Hektar groß und bietet zahlreiche Möglichkeiten zur Freizeitgestaltung. Unter anderem Spielplätze, Liegewiesen, ein Tiergehege und einen Bootsverleih findet ihr hier.

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  • Fallturm

    Der 146 Meter hohe Fallturm wurde 1990 fertiggestellt und wird betrieben vom Zentrum der angewandten Raumfahrttechnologie und Mikrogravitation. Er ist das Wahrzeichen des Wissenschaftsstandorts Bremen.

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  • Universum Bremen

    Das Universum ist ein interaktives Science Center nahe der Universität. Die drei Themenbereiche Technik, Mensch und Natur warten mit insgesamt über 300 Exponaten darauf, mit allen Sinnen erlebt zu werden.

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  • Biohof Kaemena

    Café, Ferienwohnungen und Biohof in einem, zugleich einer der ersten bio-zertifizierte Betriebe Bremens. Das selbstgemachte Bio-Speiseeis ist in ganz Bremen bekannt.

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  • Gaststätte “Zur Schleuse”

    Einkehrmöglichkeit auf dem Wümmedeich, auf der niedersächsischen Seite gelegen. Hier gibt es regionale Küche im hübschen Sommergarten.

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  • Hof Bavendamm

    Biohof inklusive 56 Hektar Feuchtgrünland mit beeindruckender Artenvielfalt. Das Projekt Hof Bavendamm wird vom BUND Bremen und der Familie Wilkens betrieben und vereint ökologische Landwirtschaft mit Naturschutz. Auf dem Biohof werden Veranstaltungen zum Kennenlernen der Landwirtschaft angeboten, beispielsweise Seminare und Kurse.

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  • Semkenfahrt

    Die Semkenfahrt ist einer der Hauptgräben des Blocklands. Heute gilt sie als bekannteste Eisfläche Bremens: Der Bremer Eisverein flutet die Wiese im Winter, woraufhin eine drei Meter lange Eislaufbahn entsteht.

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  • Torfhafen Findorff

    Von April bis Oktober könnt ihr hier an einer Torfkahnfahrt bis nach Worpswede teilnehmen. Früher landeten hier die Torfkähne, um Brennmaterial nach Bremen zu transportieren.

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  • Marktplatz Bremen

    Der Marktplatz Bremen ist ein Sammelsurium an Sehenswürdigkeiten. Der Dom mit fabelhaftem Ausblick, die Bremer Stadtmusikanten, die schönste Rolandsfigur Deutschlands und das Rathaus erwarten euch hier. Hier findet auch der berühmte Bremer Weihnachtsmarkt statt.

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  • Schnoor

    Der Schnoor ist das älteste Viertel Bremens. Schlendert durch verwinkelte Gassen, durch kleine Galerien und Cafés und lasst euch vom Mittelalter-Flair verzaubern. Das Viertel hat seinen Namen vermutlich vom Wort “Schnur”, denn hier reihen sich die Häuser aneinander wie Perlen auf einer Schnur.

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Think green

Ihr befindet euch hier in zwei Naturschutzgebieten. Das Blockland ist außerdem ausgewiesenes Vogelschutzgebiet! Bleibt auf den vorgegeben Wegen und nehmt eine Mülltüte mit. Geht umsichtig mit Flora und Fauna um.

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