Bielsteine im Harz: Wo der Waldgott wohnt …

Bielsteine, Ilfeld, Harz

6.9 km
260 m
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Highlights:

  • Geheimtipp Gottestal im Thüringer Südharz
  • Faszinierende Monolithen
  • Rast bei der Ilfelder Wetterfahne

Sagenumwobene Orte im Harz zu finden, ist nicht schwer. Doch meistens haben sie mit Hexen und Teufeln zu tun. Wie schön ist es da, wenn das Gottestal auf dem Plan steht. Es ist eine Landschaft im Thüringer Südharz, die eher noch Geheimtippcharakter hat. Wer kennt schon den Ort Ilfeld und weiß zudem noch, dass er im Harz liegt? Doch der Ausflug dahin lohnt sich.

Das Auto am Parkplatz nahe dem Friedhof abgestellt, Wanderschuhe geschnürt, und los geht es. Schon bald rauscht nicht nur ein Bach neben dem Wanderer, sondern auch die Blätter der Buchenwälder. Unter den Sohlen knirschen die Steine des Weges, und der typisch würzige Waldduft des Harzes erreicht die Nase des Wanderers. Während im Nord- und Ostharz Nadelwälder dominieren, haben es im Südharz Buche und Ahorn geschafft, die Hänge zu erobern.

Die Bielsteinklippe: Heimat eines germanischen Gottes

Kurz darauf biegt ihr ab, folgt der Beschilderung Falkenstein und erreicht wenig später den Aussichtspunkt Bielsteine nahe Blankenburg. Dort lohnt sich unbedingt ein Stopp, bevor es zu der Felsformation geht, die einer Kanzel gleich über der Landschaft thront. Bei einer solchen Naturschönheit ist nur verständlich, dass sich Mythen um diesen Felsen ranken. So soll einst der germanische Waldgott Biel dort residiert haben und von der Kan­zel aus über Berge, Wiesen und Wald geherrscht haben. Die steile Bielsteinklippe, so vermuten Historiker, diente einst als Kultstätte, um Waldwesen zu ver­ehren. Von der Statue, deren Existenz überliefert ist, ist heute nichts mehr zu sehen, ebenso wenig von einer Burg, die diesem Platz angedichtet wird.

Aussicht auf außergewöhnliche Felsformationen

Den Felsen Großer Bielstein wird der Wanderer aber dennoch hinter sich lassen, denn die Tour geht weiter. Mit schönen Blicken und rauschenden Blättern als Begleiter, erreicht ihr schon bald die Ilfelder Wetterfahne. An einer hohen Stele ist eine metallene Windfahne befestigt. Bänke mit schönem Ausblick laden zum Picknick ein.

Frisch gestärkt macht ihr euch auf den Rückweg, bei dem noch einige Höhenmeter zu überwinden sind. Doch die Aussicht auf weitere Felsen, die wie riesige Skulpturen in der Landschaft stehen, motiviert. Der Gänseschnabel beispielsweise kommt schon bald in den Blick. Egal, wo man steht, der markante freistehende Monolith beflügelt die Fantasie, und jeder erkennt andere Formen in ihm. Der Weg führt euch weiter bergab, zur Felsformation Burschen­klippe mit schönem Ausblick und dann wieder zurück zum Ausgangspunkt.

Think green

In der Nähe von Ilfeld liegt das abgeschiedene Dörfchen Sophienhof. Dort werden fast schon ausgestorbene alte Haustierrassen gezüchtet, etwa das typische Harzer Höhenvieh oder Wollschweine. Die angeschlossene Käserei lohnt ebenfalls den Besuch.

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Erlebt von

Andrea, Buchautorin und Reisebloggerin, wohnt zwischen Hannover und Hameln im nördlichen Weserbergland und liebt es, draußen unterwegs zu sein. Am besten mehrere Stunden täglich, egal,… Mehr erfahren

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